Berlin - Das ist ja mal ein wunderschöner Name für ein Soloprojekt: And the Golden Choir klingt nach Shakespeare, altenglischer Lyrik und Chorgesängen in verwitterten Gemäuern.

Vier Jahre lang hat der Berliner Multiinstrumentalist und Produzent Tobias Siebert an seinem Album "Another Half Life" gearbeitet, ein "Labour Of Love" ist da entstanden, schön analog aufgenommen, unzeitgemäß und doch zeitgenössisch.

Mit traurig-schönem Gesang hebt das Album an, dann kommt bei "The Transformation" das Schlagzeug dazu, Gitarren und Keyboardklänge, und immer die Stimme von Siebert, die zunächst an Antony and the Johnsons erinnert. Die Vocals sind der Schlüssel auf diesem Album, das manchmal auch von den hymnischen Kunststücken einer PJ Harvey auf ihrem letzten Album "Let England Shake" inspiriert scheint.

Es geht immer um Schwingungen, und so zieht sich eine seltsam bewegte Melancholie durch diese elegant arrangierten Tracks, die mit introvertierter Fricklerei nun gar nicht zu tun haben.
Die Verbindungen reichen weit, vom Electro-Sound im Stil von The Notwist über Pop-Hymnen wie "My Daily Dose" bis zum Neo-Folk eines James Yorkston. Mit dem Schotten trat Siebert vor einigen Tagen beim Konzert in Berlin auf. Das passt schon.