Ja, da war uns eine peinliche Panne passiert, die Ihnen natürlich sofort aufgefallen ist, was Anrufe und Zuschriften bezeugten. Auf dem Foto im Magdeburger Lokalanzeiger war nicht wie in der Bildunterschrift angegeben ein „Wartburg 353“, sondern ein „Saporoshez 968“ zu sehen. Und das auf der ersten Seite des Lokalteils! Dabei wird doch schon jedem Journalistenschüler eingebläut, wie sehr es auf die Bildunterschrift ankommt. Schließlich schauten neun von zehn Lesern einer Tageszeitung – wie eine Studie des Medienwissenschaftlers Michael Haller belegt – zuerst auf die Fotos und gleich danach auf die Bildunterschrift. Also sollte da schon alles seine Richtigkeit haben.

Das meint im Übrigen auch der Schreibtrainer Markus Reiter, der in seinem Fachbuch „Überschrift, Vorspann, Bildunterschrift“ postuliert, dass das, was unter einem Foto steht, „möglichst korrekt“ zu sein habe. „Korrekt bedeutet zum einen, dass es keine Rechtschreibfehler und falschen Zahlen gibt. Wichtig ist auch: Die Namen der abgebildeten Personen sollten richtig und einheitlich geschrieben sein ... Zum zweiten bedeutet korrekt, dass die Bildunterschrift auch wirklich beschreibt, was auf dem Bild zu sehen ist – beispielsweise das in der Bildunterschrift genannte Automodell also mit dem Auto auf dem Foto übereinstimmt“, betont Reiter. Als hätte er vom „Saporoshez 968“ und dem „Wartburg 353“ gewusst!

Besonders eine der Zuschriften lässt mich dieses Thema aufgreifen. Die E-Mail stellte in den Raum, dass besagter Fehler dadurch entstanden sei, dass die jungen Kollegen in der Redaktion oder eben auch die älteren, die aus dem Westen stammen, nicht einen „Saporoshez 968“ von einem „Wartburg 353“ hätten unterscheiden können. In Wahrheit war es alles andere als eine Ost-West- oder eine Altersfrage, viel banaler: Das „Wartburg“-Foto wurde zugunsten des besseren „Saporoshez“-Fotos ausgetauscht, wobei schlicht vergessen wurde, die Bildunterschrift zu aktualisieren. Dass das nicht hätte passieren dürfen, da sind wir uns mit Ihnen einig.