Burg l Nach Priorität werden bis zum Jahr 2020 im 22 Kilometer langen Burger Elbabschnitt, der von Hohenwarthe bis Zerben reicht, die Deiche erhöht und stabilisiert. Das Hochwasser von 2013 hatte die Schwachpunkte der Hochwasserschutzanlagen offenbart. Anschließend stellten Bund und Land viele Millionen Euro für die Verbesserung des Hochwasserschutzes zur Verfügung. Etwas über eine Million Euro kostete die Ertüchtigung des gestern offiziell fertig gestellten, 650 Meter langen Deichabschnitts bei Blumenthal. Ab der „Nabu-Rampe“ in Richtung Parchau ist nun zu sehen, wie der Deich spätestens 2020 im gesamten Burger Elbabschnitt aussehen soll: Höher, stabiler, mit landseitiger Berme, auf der der drei Meter breite, asphaltierte Deichverteidigungsweg verläuft. Und mit 2,50 Meter breitem, asphaltiertem Deichkronenweg, über den sich besonders die Radfahrer freuen.

Auch der ebenso fertiggestellte, gut einen Kilometer lange Deichabschnitt bei Ihleburg stellt sich so dar. Dafür wurden 1,6 Millionen Euro aufgewendet.

Naturschutz hat Vorrang

Bei der Bauabnahme machte Reinhard Kürschner, zuständiger Flussbereichsleiter aus dem Landesamt für Hochwasserschutz und Wasserwirtschaft, keinen Hehl daraus, dass die Hochwasserschützer es unsinnig finden, dass auf der wasserseitigen Böschung der neuen Deichabschnitte spezielle Trockenrasensamenmischungen ausgesät werden müssen, anstatt die im vorher abgetragenen und später wieder aufgebrachten Substrat vorhandenen Rasensorten wachsen zu lassen, die eine feste, geschlossene Grasnarbe ergeben würden, wie es das technische Regelwerk für den Deichbau auch vorsehen würde. „Und die Schafe, die den Bewuchs auf den Böschungen kurz halten und damit stabilisieren sollen, wollen solchen Magerrasen nicht fressen, sagen uns die Schäfer“, so Kürschner zu den zu erwartenden Problemen bei der Deichunterhaltung, der klar sagt: Hochwasserschutz hat Vorrang vor Naturschutz.

Sorgen bereiten den Hochwasserschützern aktuell aber auch Quad- und Crossfahrer, die eben fertiggestellte Flächen am Deich befahren und beschädigen. Eine verstärkte Polizeipräsenz sei darum wünschenswert, war bei der Bauabnahme zu hören.