Magdeburg/Burg/Genthin l Unfall in der Innenstadt: Ein Schwerverletzter schreit um Hilfe. Der Mann kann sich nicht bewegen, ist zwischen zwei Autos eingeklemmt. Die Sirene ertönt, eine Rettungswagen-Besatzung kümmert sich um die Unfallopfer. Alltag für die Retter des Deutschen Roten Kreuzes.

Doch in diesem Fall war alles nur halb so schlimm. In Magdeburg fanden gleich zwei Landeswettbewerbe des DRK in Magdeburg statt: Die ehrenamtlichen DRK-Wasserwachten und die DRK-Katastrophenschützer traten in verschiedenen Disziplinen gegeneinander an.

Team Burg war mit zwei Gruppen dabei. Sechs Leute aus der Jugendabteilung und fünf Angehörige der Seniorentruppe: „Wir waren mit einem Durchschnittsalter von 37 Jahren mit Abstand das älteste Team, die anderen liegen bei einem Schnitt von 20 Jahren“, sagte René Ostheeren zur Volksstimme.

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16 Mannschaften aus unserem Bundesland konnten sich auf zehn Parcours-Stationen in der Innenstadt von Magdeburg beweisen. Ostheeren: „Lösen mussten die Mitglieder Gruppen- und Einzelaufgaben in der Ersten Hilfe, in der Gesundheitsförderung und im sanitätsdienstlichen Wissen bewältigen.“

Tauchen und Flossenschwimmen

Jede Station stellte ein anderes Szenario dar, unter anderem den eingeklemmten Mann zwischen den Autos. Die einzelnen Teams mussten wie in einem echten Einsatz die Erstversorgung vornehmen und das Gelände sichern. Während die Bereitschaften die Tücken der Parcours erfolgreich meisterten, mussten sich die Teilnehmer des Wettbewerbs der Wasserwachten zusätzlich beim Schwimmen in der Schwimmhalle „Große Diesdorfer Straße“ dem Flossenschwimmen, Tauchen oder Kleiderschwimmen stellen. Die Herrenwertung gewann die Ortsgruppe Magdeburg vor halle und Burg.

Zuvor veranstaltete die Wasserwacht Burg ein Elbbiwak der Wasserrettugsgruppe. Das Ziel der Veranstaltung erklärt René Ostheeren so: „Suche und Rettung einer Person vom anderen Flussufer sowie Funkübungen und Führungsausbildung. Beteiligt waren 15 Einsatzkräfte aus dem Jerichower Land. Die Leitung hatte Zugführer Andreas Thiele inne. Nach einer Lageerkundung an der Einsatzstelle durch den Gruppenführer wurde das Lager errichtet. Die Besatzung legte die Boote an.

Start mit Gefahrenanalyse

Das Biwak begann mit einer Gefahrenanalyse durch die Einsatzleitung sowie die Suche einer Person, die in Elbnähe einen Unfall erlitt. Tags darauf erprobten die Mitglieder verschiedene Flaschenzugsysteme. Ostheeren: „Eine zweite Gruppe beschäftigte sich zeitgleich mit dem Retten von Personen aus der Elbe. Ihr Hilfsmittel war ein sogenannter Rettungswurfsack. Gruppe drei war mit der Beaufsichtigung des Elbedurchschwimmens bei einer Wassertemperatur von elf Grad beschäftigt.

„Das komplizierte Zusammenspiel der einzelnen Gruppen wurde später auf die Probe gestellt“, erklärt René Ostheeren. Es galt, innerhalb kürzester Zeit zwei Seile über den Einmündungsbereich des ehemaligen Wasserschifffartshafens zu spannen, um eine Person von einem zum anderen Ufer zu retten. Mit Hilfe eines Spineboards wurde zuerst ein Dummy, später dann ein Mitglied von einer Uferseite zur anderen gerettet.