Gerwisch l Mit einem großen Fest ist am Freitag der neue Gerwischer Deich offiziell eingeweiht worden. „Der Hochwasserschutz ist ein wichtiges Stück Zukunftsvorsorge. Wie verwundbar unsere Kommunen, Häuser und Unternehmen sein können, das haben wir bei den Hochwasserkatastrophen 2002 und 2013 schmerzhaft erfahren“, sagte Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU), der nach dem ersten Spatenstich vor rund einem Jahr auch an der Einweihung teilnahm.

Ingesamt haben das Land Sachsen-Anhalt und der Bund rund 3,2 Millionen Euro für Planung und Bau des 1680 Meter langen Deiches entlang des Vorfluters Potztrine ausgegeben. Etwa 70 000 Kubikmeter Erde wurden bewegt und 19 000 Quadratmeter Spundwände verbaut. Bis 2020 wolle das Land 770 Millionen Euro in den Hochwasserschutz investieren, fügte Reiner Haseloff hinzu. Den Gerwischern wünschte er „möglichst immer Sicherheit“ und bekannte, dass ihm die zwei Hochwasser während seiner Zeit in der Landesregierung völlig ausreichten.

Druck aufgebaut

Ortsbürgermeisterin Karla Michalski (CDU) habe nach dem Hochwasser 2013 richtig Druck aufgebaut, dass der Gerwischer Deich saniert werde, sagte Burkhard Hennig, Direktor des Landesamtes für Hochwasserschutz und Wasserwirtschaft (LHW).

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In nur zwei Monaten war nach dem Hochwasser 2013 das Aufbauhilfegesetz verabschiedet worden, dass bundesweit die umfangreiche Sanierung der Hochwasserschutzanlagen möglich macht. Laut Reiner Haseloff die größte Investition dieser Art in den letzten hundert Jahren.

Allein der Landkreis Jerichower Land verfüge über 61 Kilometer zu schützende Deiche, sagte Landrat Steffen Burchhardt (SPD). Davon seien 36 Kilometer noch zu sanieren. Er hob positiv hervor, dass alle Anwohner mitgezogen haben. Zuvor hatte Burkhard Hennig unter anderem die Kreisverwaltung gelobt, die das Projekt bei den Genehmigungen sehr unterstützt habe.

Kettesägen im Einsatz

„Ich hätte mir nicht erträumt, dass wir in so kurzer Zeit einen neuen Deich einweihen können“, sagte Biederitz‘ Bürgermeister Kay Gericke (SPD), der in Richtung Biederitz deutete, wo Woltersdorfer Feuerwehrleute im Juni 2013 mit Kettensägen Platz geschaffen haben, um einen Behelfsdeich bauen zu können. Kay Gericke warb darum, nicht die Erhöhung des Biederitzer Deiches und den Lückenschluss zu vergessen. Karla Michalski (CDU) bedankte sich bei den Geldgebern „für unseren Deich, für unsere Sicherheit.“

Freigegeben wurde der Deich nach seiner Segnung mit dem Durchschnitt eines symbolischen Bandes. Im Anschluss führte die Gerwischer Feuerwehr vor, wie im Falle eines Hochwassers das Drängwasser künftig abgepumpt werden kann.

Mit Musik und Imbiss war alles für ein geselliges Fest direkt am Deich vorbereitet.