Gardelegen/Mieste l Der Kreistag wird in seiner Sitzung am 12. Dezember über die Fortschreibung der Schulentwicklungsplanung zum Schuljahr 2017/2018 befinden. Konkret geht es um die Änderung der Schulbezirke für die Miester Sekundarschule Am Drömling und für die Gardeleger Karl-Marx-Sekundarschule. Mit Beginn des neuen Schuljahres sollen zum Miester Schulbezirk nur noch die Grundschulbereiche Letzlingen und Mieste gehören. Der Gardeleger Sekundarschule soll künftig neben den Bereichen Jävenitz und Gardelegen (Wander-, Goethe- und Reutter-Grundschule) auch der ehemalige Grundschulbereich Estedt zugeordnet werden. Dieser umfasst die Orte Estedt, Schenkenhorst, Berge, Ackendorf, Laatzke, Zichtau und Wiepke.

Lange Schulwege für Kinder

Hintergrund der Änderung ist die Schließung der Estedter Grundschule. Seitens der Stadt wurde dieser Bereich der Gardeleger Reutter-Grundschule zugeordnet. Laut Schulentwicklungsplanung des Kreises haben die Estedter Grundschüler nach Abschluss der vierten Klassen bisher entweder das Gardeleger Gymnasium oder die Miester Sekundarschule besucht. Auch wenn die Estedter Kinder die Gardeleger Reutter-Grundschule besuchen, wäre es weiterhin so, dass sie mit Eintritt in die Sekundarschule nach Mieste fahren müssten. Und das nicht nur durch Gardelegen.

Die Estedter Kinder müssten in Gardelegen sogar umsteigen, während alle anderen der Kinder der Reutter-Grundschule weiter in Gardelegen bleiben können. Diese Verfahrensweise fand auch nicht gerade Zustimmung bei betroffenen Eltern. Im Frühjahr hatte es schon einmal einen Vorstoß von Gardelegens Bürgermeisterin Mandy Zepig, zugleich Mitglied des Kreistages, gegeben, die Schulbezirke zu ändern. Das fand seinerzeit keine Mehrheit.

Miester Sekundarschule gefährdet

Nun ist das Thema erneut aktuell in der Kreispolitik. Und Grund dafür sind die langen Schulwege für die Kinder aus dem Estedter Bereich. 37 Minuten wären die Kinder etwa aus Schenkenhorst bis nach Mieste unterwegs, heißt es in einer Beschlussvorlage der Kreisverwaltung. Für die Rückfahrt nach der sechsten Stunde geht die Verwaltung sogar von 44 Minuten aus. Dazu kommt das Umsteigen in Gardelegen.

Allerdings weist die Verwaltung auch daraufhin, dass ohne den Estedter Bereich die „Stabilität“ der Miester Sekundarschule gefährdet werden könnte. Es werde in der Prognose (siehe Infokasten) deutlich, „dass die Minimierung des Schulbezirkes zur Schwächung des Sekundarschulstandortes Mieste führt“. Mit der Miester und der Gardeleger Sekundarschule gilt die Einheitsgemeinde Stadt Gardelegen als ein Mehrfachstandort. Entsprechend den Landesfestlegungen muss dann eine Schule mindestens 240 Schüler, die zweite Schule 180 Schüler haben. Das wird in Mieste, wie die Prognose der Kreisverwaltung zeigt, auch ohne Estedt erreicht.

Gardelegen hat noch Kapazität

Die Gardeleger Karl-Marx-Sekundarschule hat eine Kapazität von 380 Schülern. Aktuell besuchen 310 Schüler die Gardeleger Schule. Weitere Schüler könnten dort also noch aufgenommen werden. Am Dienstag, 25. Oktober, tagt dazu der Kreis-Bildungsausschuss in der Miester Sekundarschule. Beginn ist um 17 Uhr. Am 28. November folgt der Kreisausschuss und am 12. Dezember abschließend der Kreistag. Alle Sitzungen sind öffentlich.