Genthin l Für die Ausschussmitglieder hatten Schulleiter Ingo Doßmann und sein Stellvertreter Frank Grunert eine Präsentation vorbereitet. Dem virtuellen Rundgang durch die Grundschule Stadtmitte folgte ein realer.

Doßmann macht die Besucher mit den Zahlen vertraut: An der Jahnstraße werden 135 Schüler in sieben Klassen von neun Lehrern unterrichtet. Eine pädagogische Mitarbeiterin sowie zwei Förderschullehrerinnen, die sich eine volle Stelle teilen, komplettieren das Team. Träger der Einrichtung ist die Stadt Genthin. Doßmann lobt die „gute Zusammenarbeit“ und versichert, dass er das auch sage, wenn sich keine Vertreter der Stadt im Raum befinde.

In der Schule werden die Kinder von 7.15 bis 12.45 Uhr betreut, danach übernimmt der DRK-Hort. Viele Kinder kommen mit dem Bus. „Der Personennahverkehr stellt sich gut auf die Schüler ein“, lobt Doßmann. „Es kommt bei uns nicht zu langen Wartezeiten.“ Ein Service der Schule sei es, die Kinder beim Weg von und zu der Bushaltestelle zu begleiten.

Lehrermangel

Die Unterrichtsversorgung liege momentan bei 99,8 Prozent. Zu wenig, wenn man davon ausgeht, dass das Land 102,5 Prozent angestrebt, um im Krankheitsfall Vertretungen sicherzustellen. „Im laufenden Schuljahr macht uns das keine großen Probleme“, sagt Ingo Doßmann. Pessimistischer blickt er allerdings ins kommende Jahr: „2018 fallen 13 Lehrerwochenstunden weg, das wird problematisch.“ Konsequenz sei, dass Freitzeitangebote wie Arbeitsgemeinschaften, die von Lehrern angeboten werden, dann wegfallen.

Unterricht

Die Kinder werden traditionell unterrichtet, zusätzlich gibt es den „Wochenplan“. „Hier lösen sie selbstständig Aufgaben, der Lehrer übernimmt eine Kontrollfunktion“, erkärt Doßmann. Auch Förderunterricht in kleinen Gruppen sei fest im Alltag integriert.

„Die Anforderungen an Schule haben sich verändert“, sagt Ingo Doßmann. „Die Kinder sind nicht besser oder schlechter geworden, aber anders.“ So seien sie selbstbewusster als noch vor 20 Jahren und könnten sich Wissen selbstständiger aneignen.“ Größer geworden seien die sozialen Unterschiede.

Angebote

Um auf die Bedürfnisse der Kinder einzugehen und abwechslungsreiches Lernen zu ermöglichen, gibt es regelmäßig Projektwochen. Die Klassen 1 und 2 beschäftigten sich zum Beispiel intesiv mit den Themen „Igel“ und „Apfel“. Um das Leben von Kindern in anderen Ländern ging es während der interkulturellen Woche. Das Thema ist aktueller denn je, momentan besuchen 15 Kinder mit Migrationshintergrund die Grundschule Stadtmitte. Ein „normaler Wert, mit dem wir gut arbeiten können“, sagt Ingo Doßmann.

Kooperation

Bei freiwilligen Arbeitsgemeinschaften setzt die Schule verstärkt auf Kooperationen, zum Beispiel mit dem Sportverein „Chemie“: Ballspiele und Tischtennis werden angeboten. Getrommelt wird in der AG der Musikschule O‘Brien und für Kunst ist Rieke Schmieder bewährte Partnerin.

Mit ihrer Hilfe haben die Kinder auch die Wände in den Fluren gestaltet. Außerdem gibt es einen Tanzkurs, den Adelheid Fricke vom Tanz- und Turnschuppen betreut.

Das Mittagessen kommt von der QSG. „Damit sind wir sehr zufrieden“, sagt Ingo Doßmann. Nicht zufriedenstellend sei allerdings der Raum, in dem die Kinder ihr Essen einnehmen. „Wir wünschen uns einen großen Raum zum Essen.“

Zukunft

Die Pläne der Stadt kommen dem entgegen. Auf dem Gelände der Grundschule Stadtmitte soll eine Mensa gebaut werden, die auch von den Schülern des benachbarten Bismarck-Gymnasiums genutzt wird. Gleichzeitig soll das Gebäude als Saal für Veranstaltungen zur Verfügung stehen.

Die Ausschussmitglieder sahen sich bei der anschließenden Begehung an, wo die „Perle“, so der Arbeitstitel des Neubaus, hin soll. Die Mitglieder des Stadtrats sprachen sich in ihrer Sitzung am gestrigen Donnerstag dafür aus, die Idee weiterzuverfolgen. Nun wird es eine Ideenwerkstatt bis Ende August geben, in der alle potenziellen Nutzer deutlich machen können, was sie vom Gebäude erwarten.