Genthin l Erfolgreich war im vergangenen Jahr das Projekt „Geborgen und willkommen im ersten Lebensjahr“. Dabei gab es Informationsangebote, Begegnungen der jungen Mütter in lockerer Runde, aber auch praktische Hilfe im Alltag. „Wir begleiten die Frauen beispielsweise beim Einkaufen und helfen ihnen bei der Auswahl von Baby-Hygieneartikeln oder Milchprodukten“, beschreibt Anne Grundmann von der Schwangerschaftsberatungsstelle der Diakonie diesen Teil der Arbeit.

Dafür bewilligte der Begleitausschuss des Bundesprogrammes „Demokratie leben“ 4500 Euro. Diese Förderung ist mittlerweile ausgelaufen. Im Januar stellte die Diakonie einen neuen Antrag im Rahmen des Bundesprogrammes. Diesmal wurde die Förderung allerdings abgelehnt. „Die Ansprüche an die Antragsteller haben sich mittlerweile geändert“, begründete Gabriele Herrmann von der Koordinantions- und Fachstelle des Bundesprogrammes im Begleitausschuss.

Seitens des Fördermittelgebers werde der Schwerpunkt des Programmes auf andere Bereiche verlagert. In einer Pressemitteilung des Bundesfamilienministeriums heißt es: „Die bestehenden Programmstrukturen sollen weiterentwickelt, aber auch neue Themenfelder sollen angegangen werden, die bisher noch nicht so stark im Fokus der Präventionsarbeit gegen Radikalisierung lagen.“ Im Blick hat das Ministerium: „Engagement im Netz, Radikalisierungsprävention in Gefängnissen, Demokratiearbeit mit Bildungseinrichtungen, Engagement und Vielfalt in der Arbeits- und Unternehmenswelt sowie Zusammenleben in der Einwanderungsgesellschaft.“

Letzteres erreichte die Diakonie in ihrem Projekt beispielsweise mit einer Weihnachtsfeier, bei der sich einheimische junge Mütter und Mütter mit kleinen Kindern aus Flüchtlingsfamilien begegneten. Insgesamt liegt der Schwerpunkt allerdings auf der Hilfe und Beratung der Flüchtlingsfamilien, daher wurde die weitere Förderung im Rahmen von „Demokratie leben!“ versagt. „Das ist schon sehr schade gewesen“, fand Anne Grundmann nach der Sitzung und machte deutlich: „Wir werden die Auflagen bzw. Förderrichtlinien des Bundesprogramms nicht erfüllen können.“

Hilfe durch Kreis

Da das Projekt eine erfolgreiche Struktur gefunden hat, für die öffentliches Geld bereitgestellt wurde, gab es seitens des Landkreises Jerichower Land Unterstützung für die Diakonie. „So ergab sich zum Beispiel auch die Antragsstellung an das Landesverwaltungsamt auf Förderung des Projektes im Rahmen der Integrationsrichtlinie“, erläutert die Integrationskoordinatorin des Landkreises Stefanie Glomm. Krux in diesem Fall: „Aufgrund der Haushaltssituation des Landes Sachsen-Anhalt wird bei einem positiven Bescheid der Projektbeginn frühestens im Mai erfolgen.“

Nun suchen Landkreis und Diakonie nach einer Zwischenlösung. „Andere Fördertöpfe passen mit der Projektkonzeption der Diakonie in zeitlicher und thematischer Hinsicht nicht hundertprozentig zusammen, so dass eine Übergangslösung bedauerlicherweise bisher noch nicht gefunden werden konnte“, muss Glomm einräumen. „Ideen und Vorschläge können jederzeit an die Schwangerschaftsberatungsstelle oder die Integrationskoordination herangetragen werden.“

Das Projekt wird derzeit auf Sparflamme weitergeführt, um keinen Bruch entstehen zu lassen: „Im Rahmen der Arbeit in der Schwangerenberatungsstelle bieten wir einen Treffpunkt für ausländische Frauen mit einem ehrenamtlichen Sprachmittler an“, macht Anne Grundmann deutlich. „Schöner wäre es natürlich, mehr für die Frauen und ihre Familien anzubieten.“