Genthin l „Piraten können nicht lesen“, so der verheißungsvolle Titel des Stücks, das die Theater-Arbeitsgruppe gemeinsam mit der Tanzgruppe auf die Bühne brachte. Es sei eine schöne Tradition in der Schule, einmal im Schuljahr für Eltern, Großeltern und Geschwister eine Theateraufführung einzustudieren und aufzuführen, sagte Schulleiterin Angelika Wiegmann zum Auftakt des etwa einstündigen Programms.

Die Frontfrau der Theater-Arbeitsgemeinschaft, Angela Engel, bewies sowohl bei der Auswahl des Stücks als auch bei der Bearbeitung wieder einmal ein glückliches Händchen. Alles andere wäre wohl auch eine Überraschung gewesen.

Kurzweilig und originell

Das Stück erzählt die Geschichte eines alten, hinfälligen Piratenkapitäns, der in Rente gehen will, aber dessen Nachfolge nicht geklärt ist. Die Piraten müssen sich entscheiden, übernimmt der protzige Muskel Toby das Ruder oder der schmächtige, aber kluge Schorsch Schlaumeier, der des Lesens kundig ist. Letzterer unterliegt beim entscheidenden Tauziehen dem Muskelmann und wird unter dem Gelächter der Mannschaft unter Deck verbannt. Die Geschichte nimmt eine unerwartete Wende, als die Piraten den Plan eines Schatzes finden und Muskel Toby ihn nicht lesen kann. Dann schlägt die Stunde von Schorsch Schlaumeier, der die ruppigen Piraten zur Einsicht bringt, lieber das Lesen zu lernen. Das Piratenschiff setzt zu guter Letzt seine Segel, macht im Genthiner Hafen fest und wird zu einer Außenstelle der Uhland-Grundschule.

Bilder

Eine kurzweilige, turbulente Geschichte - die Theaterfrau Angela Engel aus einem Guss für ihre Schützlinge und die Gäste inszeniert hat. Spielfreude begleitete das Stück in allen Szenen.

Witzig, originell angelegt und begleitet mit der Filmmusik „Fluch der Karibik“ war der Aufführung der Beifall des Publikums sicher.

Pädagogisch sehr reizvoll

Und nicht nur das zollte den 25 kleinen Akteuren sowie den Tänzern Respekt, die ab Januar für das Stück einmal wöchentlich und in der Schlussphase sogar viermal wöchentlich probten.

Bei der zweiten, abschließenden Aufführung verfolgten Profis des Genthiner Amateurtheaters (gat), allen voran dessen Chef Eckhard Neumann, das Piratenstück der Uhland-Schüler. Für ihn sei es stets sehr interessant zu verfolgen, wie Kinder unbefangen Theater spielen. Auch hinter der neuen Aufführung stecke eine riesige Fleißarbeit, unterstrich Eckhard Neumann. Für ihn habe sich auch bei dieser Aufführung gezeigt, dass jedes Kind Theater spielen könne, aber nicht jedes Kind alles spielen kann. Das Theaterspiel sei zudem aus pädagogischer Sicht äußerst reizvoll, unterstrich Eckhard Neumann. Jedes Kind könne sich ausspielen und ausprobieren.

Angenehm bei dieser Aufführung war in besonderer Weise das gemeinschaftliche, ausgewogene Spiel der Grundschüler, das keine Stars oder Solisten zuließ.