Altenplathow l „Wieder ist in Altenplathow Service verloren gegangen“, ärgert sich Volksstimme-Leser Roman Half. Vor einiger Zeit hat die Sparkasse den Überweisungsautomaten abgebaut. „Jetzt können alle Finanzangelegenheiten nur noch am Schalter erledigt werden.“ Dadurch bilden sich zu Stoßzeiten Warteschlangen. Seitens der Sparkasse Jerichower Land wird der dauerhafte Abbau des Gerätes bestätigt.

Zu geringe Nutzungsquote

„Wir haben im Rahmen der zunehmenden Digitalisierung auch auf das geänderte Nutzungsverhalten unserer Kunden in Bezug auf das SB-Terminal reagieren müssen und in der Konsequenz entschieden, die Möglichkeit der manuellen Erfassung von Überweisungen dort nicht mehr vorzuhalten“, so ein Sprecher. Begründet wird die Entscheidung mit einer zu geringen Nutzungsquote des Gerätes, die nicht mehr im wirtschaftlichen Verhältnis mit der Bereitstellung der Technik stehe.

Dazu kommt in der Altenplathower Filiale der Umstand, dass der Innenbereich außerhalb der Öffnungszeiten nicht zugänglich ist. Das Altenplathower Gerät ersetzt mittlerweile ein älteres Terminal in der Hauptgeschäftsstelle in der Brandenburger Straße. Auch dort haben die Kunden Kritik: „Das SB-Rondell ist zu dicht am Schalterbereich, wenn Kunden während der Öffnungszeiten am Rondell und gleichzeitig am Schalter warten, kommen sie sich in die Quere“, sagt Ilse Gäbel aus Rathenow, die häufig in Genthin zu tun hat und die Sparkasssenfiliale nutzt.

Thema im Kreistag

Dieses Problem sei bekannt, so der Sparkassensprecher. „Hinsichtlich der räumlichen Optimierung des Kundenbereiches unserer Hauptgeschäftsstelle in Genthin wurden bereits erste Maßnahmen umgesetzt.“ Derzeit laufe die Prüfung auf weitere Maßnahmen. Für die Sparkasse sind die Einschränkungen in Altenplathow nicht über die Maßen gravierend: „In Anbetracht der alternativen Nutzungsmöglichkeiten unserer Kunden der Geschäftsstelle Genthin-Nord, sehen wir unseren Service nach wie vor auf gehobenem Niveau.“ So könnten Überweisungen nach wie vor direkt in der Geschäftsstelle eingereicht werden oder Online-Bankingvon zu Hause in Auftrag gegeben werden.

Eine Argumentation die Grünen-Stadtrat und Kreistagsmitglied Lutz Nitz nicht gelten lassen will. „Der Hinweis auf das Online-Banking geht an der Lebenswirklichkeit besonders der älteren Menschen vorbei, sie nutzen diese Form der Bankgeschäfte nicht und wollen die Filiale vor Ort.“ Im Hinblick auf die aktuelle Entscheidung der Sparkasse, aber auch auf die vor geraumer Zeit vorgenommene Schließung der Filiale am Markplatz sagt er: „Hier zeigt sich, dass Werbung und Wirklichkeit weit auseinander liegen. Die Sparkasse sagt zwar fair, menschlich und nah am Kunden zu sein, handelt aber nicht danach.“ Nitz hat seinen Unmut über die Einschränkungen des Sparkassenservices bereits im Kreistag angesprochen und kündigt an, das Thema erneut einzubringen.