Halberstadt l Bei Trockenheit staubig, regnet es, versinkt der Platz im Schlamm. Man glaubt es kaum, aber 26 Jahre nach dem Start der Altstadtsanierung findet sich eine solche Problemfläche mitten in der Altstadt – der nördliche Teil des Abtshofes. Für die etwa 2000 Quadratmeter große Abrissbrache hat sich bis heute kein Investor gefunden, um sie mit einem attraktiven Neubau zu füllen. Die Stadtverwaltung Halberstadt und ein Bauunternehmer aus Halberstadt wollen diesen Schandfleck nun aus der Welt schaffen.

Politessen üben Nachsicht

Derzeit nutzen den nördlichen Abtshof Pkw-Fahrer als Parkplatz. Als solcher ist der Platz zwar offiziell nicht ausgeschildert, aber die Stadt, beziehungsweise die Politessen, drücken bis heute alle Augen zu und verzichten dort auf das Knöllchenverteilen. Daran soll sich in Zukunft Entscheidendes ändern.

Die Stadtverwaltung beabsichtigt, den nördlichen Abtshof zu verpachten. Der Pächter, ein Halberstädter Bauunternehmer, will ihn offiziell als Parkplatz nutzen. Nach Volksstimme-Informationen entstehen Kurzzeit-Parkplätze, ein Teil soll dauerhaft vermietet werden. Unter dem Strich bedeutet das für die Nutzer, sie müssen Gebühren zahlen. Fakt ist, der Bedarf an Parkplätzen in der Altstadt ist groß. Der Abtshof ist derzeit sowohl bei gutem als auch bei ­Matschwetter mit Pkw gut belegt. Ob das dann noch der Fall ist, wenn dafür kassiert wird, ist offen. Bei der Gebührenhöhe wolle man dem Pächter möglichst freie Hand lassen, informiert auf Volksstimme-Nachfrage Siegrun ­Ruprecht von der Stadtplanung. „Er trägt schließlich das wirtschaftliche Risiko“, betont sie.

Beschluss für Stadtrat

„Nach mehreren Gesprächen mit dem möglichen Pächter der im städtischen Besitz befindlichen Fläche, bereiten wir derzeit einen Beschluss für den Stadtrat vor“, berichtet Siegrun Ruprecht. Verschiedene Fragen müssen noch geklärt werden. Unter anderem die Art der Platzgestaltung, bei der die Denkmalpflege ein Wörtchen mitzureden hat. Alles läuft wohl darauf hinaus, die Parkflächen mit Kies zu befestigen und die Wege zu pflastern, ähnlich der Gestaltung des Parkplatzes am Düsterngraben.

Um den nördlichen Abtshof aus seinem Dornröschenschlaf zu wecken, sind Investitionen notwendig, über deren Höhe man noch schweigt. Fakt ist, der Pächter trägt sie zu 100 Prozent. Zu beachten sei, dass der Parkplatz auf dem Abtshof nur eine Zwischenlösung ist, so Siegrun Ruprecht. Im Pachtvertrag wird es eine moderate Klausel geben, die einen Ausstieg aus der Verpachtung ermöglicht, wenn jemand das Areal bebauen möchte.