Halberstadt l Das Jahr hatte für die Wärmestube, eine Einrichtung für finanziell Hilfsbedürftige in Halberstadt, mit dem erstmaligen Neujahrsempfang der Einrichtung am Dienstag so gut begonnen. Doch dann kam am nächsten Morgen die böse Überraschung: Als Küchenchefin Antje Schmidt am Mittwoch um 7.30 Uhr ihren Arbeitsplatz auf dem Gelände des Franziskanerklosters betrat, sah sie zersprungenes Glas in der Eingangstür. Sie informierte die Polizei über den Einbruch in der Wärmestube. Während die Beamten die Spuren sicherten, mussten die Hilfsbedürftigen, die für ein Frühstück gekommen waren, und das Team der sozialen Einrichtung bis 10 Uhr in der Kälte warten.

In der Nacht hatte der Einbrecher die Glasblende in der Eingangstür zerstört und sich so Eintritt in alle Räume verschafft. Der Täter brach mit Werkzeug die Stahlblechkassette im Büro der für Buchhaltung zuständigen Mitarbeiterin Maria Oppermann auf und entwendete 20 Euro. Die Büroangestellte in der Wärmestube der Caritas ist froh, dass sie den Großteil des Geldes, insgesamt 241 Euro, aus Sicherheitsgründen mit nach Hause genommen hatte. Bei dem Geld handelte es sich um die Beiträge der Bedürftigen für Marken, mit denen sie die sogenannten kalten Taschen erwerben können. Diese kosten für Erwachsene 1,50 Euro und für Kinder 50 Cent. Gefüllt sind die Tüten mit von Supermärkten gespendeten Lebensmitteln. „Gerade zu Beginn des Monats erwerben viele unserer Schützlinge die Essensmarken und die Kasse ist vergleichsweise voll“, erklärt Maria Oppermann. Weiterhin gelangte der Täter in einen Umkleideraum und entwendete 50 Euro in Münzgeld aus der Kaffeekasse der Mitarbeiter.

Blutspuren vom Täter

An dem Schrank, in dem sich die Stahlblechkassette im Büro von Maria Oppermann befand, und ihrer Jacke, die sie über Nacht über einer Stuhllehne hängen gelassen hatte, befanden sich nach dem Einbruch Blutspuren. Die Polizei habe deshalb Hoffnung, den Täter zu finden.

Vor fast zwei Jahren war schon einmal in die Wärmestube eingebrochen worden. Für eine erhöhte Sicherheit wünscht sich Oppermann Sicherheitstüren und eine Metallblende anstelle des Glases in der Eingangstür.

„Wir spenden in der Wärmestube nicht nur buchstäblich Wärme in den kalten Wintermonaten und Lebensmittel für Bedürftige, sondern stehen auch menschlich jederzeit bereit. Umso mehr schmerzt uns der Einbruch persönlich mehr als der relativ geringe Geldbetrag“, sagt Antje Schmidt.