Halberstadt l Viele Versuche waren notwendig, bis das richtige Mischungsverhältnis, die richtige Würzung gefunden war. Immerhin arbeiten Bäcker heutzutage selten mit dem Mehl der Urgetreidesorten, das so ganz andere Eigenschaften hat als das der auf hohen Mehlertrag gezüchteten Sorten heutzutage. „Das war wirklich spannend“, sagte Ingo Büschlepp. „Und das nicht nur bei der Suche nach der richtigen Rezeptur“, so der Produktionsleiter der Halberstädter Bäcker und Konditoren GmbH (HBK). „Auch die Suche nach der Prägung war nicht einfach, da haben wir viele verschiedene Stempel ausprobiert.“ Schließlich soll die Zahl 1491 (das Datum der Weihe des gotischen Gotteshauses) für den Kunden erkennbar sein, ist diese Zahl doch zugleich Name des Brotes. „Die Idee reifte schon, als wir noch mit der Domstolle befasst waren“, berichtete Eva Kilian, Geschäftsführerin der HBK. Ein Rundgang durch den Dom, in dem sich auch mittelalterliche Mahlsteine finden, war Auslöser der Brotidee.

Mittelalterliche Vorgaben

Am Freitagmittag nun stellten die Bäcker gemeinsam mit der Evangelischen Gemeinde Halberstadt, Müllermeister Axel Schröder und Landwirt Philipp Palm das Dombrot 1491 der Öffentlichkeit vor. In der immer freitags angebotenen Mittagsandacht brachen die Beteiligten gemeinsam den ersten der runden Laibe. Nicht nur bei den Zutaten orientierte sich Ingo Büschlepp an den mittalterlichen Vorgaben. „Brot war früher immer rund“, sagt er.

Regionale Zusammenarbeit

Stolz sind sowohl die Bäcker als auch Gemeinde und Domschatzmitarbeiter da­rauf, dass dieses Brot nicht nur eine schmackhafte Werbung für Halberstadt und den Dom ist, sondern ebenso für regionale Zusammenarbeit. Der Dinkel, der für die ab Montag in den HBK-Filialen angebotenen Brotlaibe verwendet wird, stammt aus Vogelsdorf. Gerissen wird das Dinkelkorn in der Getreidemühle Thale. „Gerissen heißt, dass das Korn seinen ersten Mahlgang hinter sich hat, damit also noch sehr grob ist“, erklärt Axel Schröder junior. Der benötigte Roggen wird feiner ausgemahlen, ebenso das Einkorn, der Emmer und der Buchweizen, die sich ebenfalls als Vollkornmehle in dem Brot wiederfinden.

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Einnahmen für Domschatz

„Vielleicht klappt es ja, dass auch bald Emmer, Einkorn und Buchweizen direkt aus der Region kommen, das Getreide müssen wir noch zum Teil aus Süddeutschland einkaufen“, sagt Axel Schröder. Der junge Müllermeister hat in Philipp Palm einen Landwirt gefunden, der sich ebenfalls für regionale Kreisläufe begeistert.

Der Verkauf des Brotes soll aber nicht nur Werbung für den Dom sein. Ein Teil der Einnahmen kommt Projekten des Domschatzes zugute.