Hessen l Auch wenn die Sanierung der Landesstraße seit Langem geplant ist, der entscheidende Anstoß kam vor über sechs Jahren vom Wasser- und Abwasserzweckverband Huy-Fallstein. Ihm ging es darum, weitere über 130 Grundstücke an das Abwasserkanalnetz anzuschließen sowie die Trinkwasserleitung zu erneuern. Ohne Straßenneubau wäre das für den Verband aber zu teuer geworden.

Nun kommt es zu dieser angestrebten Gemeinschaftsmaßnahme, bei der das Land als Träger der Fahrbahn mit im Boot ist, aber auch die Stadt Osterwieck, die für die Fußwege zuständig ist und die in ihrer Verantwortung einen neuen Regenwasserkanal verlegen wird. Das Gesamtinvestitionsvolumen soll bei viereinhalb Millionen Euro liegen.

Auf der Hessener Einwohnerversammlung berichtete Ortsbürgermeister Klaus Bogoslaw (Aktiv für Hessen) vorige Woche über den Stand der Vorbereitungen. Wobei er betonte, dass es bei allen Aussagen noch Unsicherheiten gebe, weil einfach noch Abstimmungs- und Gesprächsbedarf bestehe. „Es ist eine sehr komplizierte Baustelle.“

Baubeginn im Herbst

Ende September/Anfang Oktober könnte es mit dem Bau losgehen. „Es soll mehrere Bauabschnitte geben“, so Bogoslaw, beginnend vom Anschluss zur Bundesstraße 79 bis zum Abzweig Hillenbeek. Ziel sei es, bis Ende 2018 mit der gesamten Straße bis zum Ortsausgang Richtung Deersheim fertig zu sein. Bogoslaw verhehlte aber nicht seine Zweifel an der Einhaltung des Termins, sei doch die Baustelle doppelt so lang wie vor einem Jahrzehnt die Bundesstraße 79 im Ort.

Ein Kernpunkt in der aktuellen Diskussion der Fachleute ist der Umleitungsverkehr. Dabei geht es weniger um den überörtlichen Verkehr, der wird über Dardesheim geführt. „Wir müssen Lösungen für Busse und Rettungsdienst finden. Der gesamte Orte muss sich auf erhebliche Behinderungen einstellen“, stimmte der Ortsbürgermeister seine Einwohner schon mal auf eine schwierige Zeit ein.“ Zumindest zeitweise wird es nicht mal Schleichwege geben.

An der Landesstraße wird gewöhnlich viel geparkt. Die Anwohner müssen ihre Autos während der Bauphase natürlich woanders abstellen. Allerdings soll in der Ortsmitte ein umfangreiches Parkverbot eingerichtet werden, damit dort zum Beispiel auch der Bus durchkommen kann. Anwohner der Ortsmitte werden gebeten, ihre Autos auf ihren Grundstücken abzustellen, damit die Baustellen-Anlieger Platz zum Parken haben.

Klaus Bogoslaw riet den Anliegern, jetzt schon weitsichtig zu planen, was die Anlieferung von Gas und Öl oder mögliche Handwerkerarbeiten betrifft.

Bei der Bezahlung des Gemeinschaftsvorhabens sind auch die Hessener Grundstückseigentümer mit im Boot. Für den Straßenbau, in diesem Fall betrifft es nur die Nebenanlagen, hat das Dorf eine Satzung über wiederkehrende Beiträge. Die Kosten werden also auf alle im Ort aufgeteilt. Bogoslaw geht davon aus, dass sich die Rechnungsstellung über drei Jahre erstrecken wird. Die Fahrbahn bezahlt das Land.

Gerechnet werden muss ferner mit Baukostenbeiträgen durch die Stadt für den Regenwasserkanal (die Stadt hat allerdings bisher einzig für Dardesheim einen Beitragssatz kalkuliert) sowie durch den jetzt zuständigen Trink- und Abwasserzweckverband Vorharz für seine Leitungen.

Zwar liegt in der Landesstraße ein Regenwasserkanal. Dieser sei nach den Worten des Ortsbürgermeisters aber eingebrochen bzw. rissig. „Der Kanal ist lebenswichtig, damit Hessen nicht absäuft, wenn das Wasser vom Fallstein kommt“, so Bogoslaw.

Angesichts von Fragen aus der Einwohnerschaft erklärte der Ortschef, dass der Ausbau der Landesstraße Voraussetzung sei für weiteren Straßenbau im Dorf. „Erst danach kann über Nebenstraßen nachgedacht werden.“