Quedlinburg/Nachterstedt l Astrid Neubauer-Engel, 47 Jahre, Pharmazeutin und voller Lebenspläne. Eigentlich. Seit zwei Jahren muss die Nachterstedterin (Stadt Seeland im Salzlandkreis) jedoch gegen einen schweren Schicksalsschlag kämpfen. Im November 2014 wurde bei ihr Lymphdrüsenkrebs diagnostiziert. Nach zahlreichen Chemotherapien ist mittlerweile klar, dass sie ihren Kampf nur mithilfe einer Stammzellspende gewinnen kann. Um einen passenden Spender zu finden, organisiert Ehemann Thomas zusammen mit vielen Unterstützern am Sonnabend, 21. Januar, in Nachterstedt eine Typisierung.

An diesem Tag wird von 10.30 bis 16.30 Uhr im Dorfgemeinschafthaus in der Lindenstraße nach dem berühmten genetischen Zwilling für Astrid Neubauer-Engel gesucht. Partner bei der Typisierung ist die Aktion Knochenmarkspende Sachsen-Anhalt aus Magdeburg. Der Verein, der Mitte der 1990er Jahre gegründet worden ist, hat bereits zahlreiche Suchaktionen für betroffene Patienten in ganz Sachsen-Anhalt organisiert.

Blutprobe abgeben

Bei der Typisierung geben die Freiwilligen zunächst eine Blutprobe ab, die anschließend im Labor auf mehrere Gewebemerkmale hin grob untersucht – typisiert – wird. Die so gewonnenen Daten von potenziellen Spendern aus der Harzregion werden in einen weltweit vernetzten Datenpool eingespeist, um letztlich Patienten auf allen Kontinenten zugute zu kommen.

Die Suche nach dem genetischen Zwilling ist mit der Suche nach der Nadel im Heuhaufen vergleichbar. „Je mehr Freiwillige im Alter von 18 bis 50 Jahren sich typisieren lassen, desto größer ist letztlich die Chance, den möglichst absolut identischen Spender zu finden“, erklärt Professor Marcell Heim, Vereinsvorsitzender und langjähriger Chef des Blutspendeinstituts der Uniklinik Magdeburg.

Die am Sonnabend geplante Typisierung ist bereits die dritte, die Freunde von Astrid Neubauer-Engel organisieren. Am Montag ließen sich 59 Freiwillige an der Fachhochschule der Polizei in Aschersleben testen. Was kein Zufall ist: Thomas Engel arbeitet als Hauptkommissar im Polizeirevier Salzlandkreis und freut sich über eine breite Unterstützung und Solidarität in Kollegenkreisen. Zudem organisierte auch der Blutspendeverein Hoym eine Typisierung.

Typisierung kostet 50 Euro

Die Motivation möglichst vieler Freiwilliger ist ein Aspekt, die Finanzierung der nötigen Laboruntersuchungen der andere. Da mit jeder Ersttypisierung rund 50 Euro Laborkosten verbunden sind, hofft Thomas Engel auch auf möglichst viele Spenden.

Weitere Informationen rund um Typisierung, Stammzellspende und die Möglichkeit, Geld zu spenden unter www.knochenmarkspende-magdeburg.de