Wedringen l „Wir essen gerne, wir trinken gerne und wir sind gerne lustig, sonst wären wir nicht so alt geworden“, scherzt Bruno Buckwitz. Der 89-Jährige sitzt an einem Tisch im Saal des Dorfgemeinschaftshauses und hat sich mit seinen Tischnachbarn viel zu erzählen. „Wir sind alle Feuerwehrkameraden, die alte Truppe“, erklärt Bruno Buckwitz. Manfred Bäse und Hans-Joachim Matusek pflichten ihm bei. Gern erinnern sie sich an frühere Zeiten. Sie haben mit ihren Frauen das Dorf mitgeprägt, nicht nur in der Feuerwehr. Helga Bäse war Kindergärtnerin und hat den Kindergarten in Wedringen viele Jahre geleitet. Christa Matusek hat sich von 1976 bis 1991 als Gemeindeschwester um die Dorfbewohner gekümmert und hat danach noch die Sozialstation von St. Marien in Haldensleben mit aufgebaut. Und da gäbe es noch viel mehr zu erzählen.

Wenn im Dorfgemeinschaftshaus etwas los ist, dann kommen sie gern. Der traditionelle Advents-Flohmarkt steht für alle im Kalender. „Das Dorfgemeinschaftshaus ist ja fast aus Trümmern wieder aufgebaut“, meint Bruno Buckwitz. Und beim Flohmarkt werden viele Dinge zu Geld gemacht, das dann wieder investiert wird. „In jedem Jahr sieht man, wie es im Haus vorangeht, es wird immer ein bisschen mehr“, freut sich der Wedringer. Erst vor wenigen Wochen wurde die neue Treppe im Haus eingebaut.

Die gemütliche Runde lässt sich aber nicht nur schmecken, was die Mitglieder des Fördervereins Dorfgemeinschaftshaus vorbereitet haben. „Wir haben auch eingekauft“, versichert Christa Matusek. Der Flohmarkt bietet immer schöne Schnäppchen. Das ganze Jahr haben die Fördervereinsmitglieder dafür gesammelt.

Auf der Bühne und der anderen Seite des Saales stehen Tische mit Geschirr, Schallplatten, CDs und DVDs, Büchern und vielen anderen Dingen. Und auch der neue Wedringer Kalender ist wieder gefragt. Den gestaltet Hans-Henning Wiese, der Vorsitzende des Fördervereins, alljährlich mit alten Fotografien und Postkarten. Der Erlös fließt ebenso in den weiteren Ausbau des Dorfgemeinschaftshauses. Eigentlich sollte die Tür zum Saal zum Adventsmarkt noch fertig werden. Doch das hat der Tischler nicht mehr geschafft, so muss diesmal der Vorhang noch aushalten. Ansonsten ist der Saal aber recht gemütlich geworden. Im Kaminofen bollert das Feuer. Wenn die Tür drin ist, soll der Fußboden noch abgeschliffen werden, erzählt Henning Wiese. Vereinsmitglieder und Helfer übernehmen die meisten Arbeiten selbst. Treppe und Tür wurden allerdings bei einer Firma in Auftrag gegeben.

Die Scheuerleisten müssen noch eingebaut werden, auch der Fußboden auf der Bühne muss noch fertig werden. Ein paar Elektroarbeiten und Malerarbeiten, zum Beispiel die Umrandung der Fenster, sind noch offen. Dann geht es mit den Toiletten im Obergeschoss weiter. Auch hier ist der Anfang gemacht. Der Flur ist noch nicht fertig, die Säulen der Treppe müssen hergerichtet werden. Viele Kleinarbeiten sind noch nötig. Dennoch wird der Saal und auch der Raum im Erdgeschoss schon des öfteren vermietet. Die Wedringer nutzen die Möglichkeit, hier feiern zu können, gern.

Henning Wiese ist mit seinem Team sehr froh, dass so viele Gäste gekommen sind. Die mehr als 50 Stühle an den langen Tischen sind fast ständig besetzt. Und es kommen nicht nur Wedringer, auch Haldensleber und zum Beispiel Hillersleber. „Wir kommen in jedem Jahr“, bekräftigt Christine Rauhut. „Wir wollen doch den Flohmarkt besuchen und die Wedringer unterstützen. Es ist schön geworden, da wird viel investiert.“ Der Tisch ist fast nur mit Hillersleberinnen besetzt. Nur eine an diesem Tisch ist aus Wedringen – Gerda Berg. „Ich war früher zum Tanzen auf diesem Saal. Da saßen die alten Damen noch an der Seite und haben uns zugeguckt“, erinnert sie sich.