Eisleben/Haldensleben l „Sie sind doch auf jedem Sachsen-Anhalt-Tag“, spricht Günther Dorow Astrid Seifert direkt an. Die Mitarbeiterin der Stadtverwaltung Haldensleben lacht. „Wir kennen uns doch schon“, entgegnet sie. Günther und Andrea Dorow stehen vor dem Stand, an dem die Kreisstadt Haldensleben und der Landkreis Börde beim Sachsen-Anhalt-Tag in der Lutherstadt Eisleben präsentiert werden. Andreas Baumeister, Sachgebietsleiter für Kultur und Sport in der Kreisverwaltung, hat den Stand am Sonnabend an Astrid Seifert von der Stadtverwaltung Haldensleben und Kora Duberow, Abteilungsleiterin Kur und Tourismus im Luftkurort Flechtingen, übergeben.

Das Ehepaar aus Althaldensleben hat fast alle Sachsen-Anhalt-Tage besucht. „Thale, Dessau, Gommern“, zählt Günther Dorow einige auf. „Und natürlich den in Haldensleben“, ergänzt er schmunzelnd mit Rückblick auf 2001. In zwei Jahren wird das Landesfest in Quedlinburg gefeiert. „Da fahren wir auch hin“, sind sich Dorows einig. „Wenn es nicht so weit ist, fahren wir auch zum Niedersachsen-Tag“, erzählt Günther Dorow. „Aber der Sachsen-Anhalt-Tag ist besser, da ist kulturell mehr los.“ Die Althaldensleber gehörten am Sonnabend zu den ersten Gästen auf der Festmeile. Da sei es noch ziemlich leer gewesen, meint Andrea Dorow. „Wir gehen immer ganz spontan die Runde, suchen uns vorher nichts aus“, erläutert sie. Besonders beeindruckt hatte sie das Programm der Hettstedter Schüler in der St.-Andreas-Kirche zum Thema „Alles Liebe Martin Luther“.

Tipps für die Ferien gesucht

Viele Festgäste bleiben vor dem Haldensleber Stand stehen, sehen sich die ausgelegten Prospekte an, fragen nach Radwanderwegen oder Besonderheiten. Einige wollen wissen, wo der Landkreis Börde überhaupt liegt. An der Kreiskarte, die an der Wand des Standes hängt, ist das schnell erklärt. Magdeburg auf der einen Seite, Helmstedt auf der anderen. Die Regionalkarte, eigentlich die Karte mit den Freizeitangeboten, wird gern mitgenommen. Auch zum Kreiswappen greifen viele. Eine Frau fragt speziell nach Angeboten für Kinder, sie sucht Beschäftigung für die Enkel in den Ferien. Mit dem Prospekt vom Haus des Waldes in Hundisburg, dem druckfrischen Sommerprogramm aus Flechtingen und der Übersicht aus dem Naturpark Drömling ist sie sehr zufrieden.

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Neugierig bleibt auch Robert Gitschel stehen. Der junge Mann ist Haldensleber, wohnt jetzt aber mit seiner Freundin in Stendal. Kathrin Altenburg stammt aus Sangerhausen, ganz in der Nähe von Eisleben. So haben sich beide in die Lutherstadt aufgemacht. Robert Gitschel fragt, ob das Programm vom Haldensleber Altstadtfest schon da ist. Das aber liegt noch nicht vor. Astrid Seifert empfiehlt den Kulturkalender der Kreisstadt. Zum Altstadtfest sind sie auf alle Fälle in Haldensleben, versichern die jungen Leute, bevor sie weitergehen.

Sachsen-Anhalt-Tag in Wernigerode

Heiß - so hat der Sachsen-Anhalt-Tag 2014 am Freitag in Wernigerode begonnen. Tausende Menschen strömten durch die Straßen von Wernigerode. Vor den Besuchern liegt ein sonniges Festwochenende.

  • Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) singt mit Erik (8), Till (10) und Jasmin (10). Sie gehören zu einer Kindergruppe der Katholischen Gemeinde St. Bonifatius, die beim Kirchendorf an der Johanniskirche musizierten. Foto: Katrin Schröder

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  • Mit ihrer für die Börde typischen Tracht ist diese Gruppe auch beim großen Festumzug am Sonntag vertreten. Foto: Sandra Reulecke

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  • Die Grafikerin Anke Duda (rechts), die das Plakat für den 18. Sachsen-Anhalt-Tag entworfen hat, mit Ratslottchen Lisa Matscheroth und Henning Herre. Foto: Jan Reichel

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  • Zum Promi-Talk im Volksstimme-Mediendorf war am Freitagabend Mario Kallnik, Manager des Fußball-Regionalligisten 1.FC Magdeburg zu Gast. Im Mediendorf der Mediengruppe Magdeburg an der Stadtecke wurde er auch von Volksstimme-Geschäftsführer Marco Fehrecke begrüßt. Auch Volksstimme-Chefredakteur Alois Kösters (von links) schaute mit seiner Familie vorbei. Foto: Jens Müller

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  • Benno Schmidt alias Brocken-Benno freut sich darauf, am Sonnabend gegen 15 Uhr im Volksstimme-Mediendorf am  Anger zu Gast zu sein. Er gibt dort Wandertipps. Foto: Julia Bruns

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  • Wernigerodes Oberbürgermeister Peter Gaffert (parteilos) und Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) eröffneten am Freitag, 18. Juli, den 18. Sachsen-Anhalt-Tag in Wernigerode. Foto: Julia Bruns

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  • Der Multiinstrumentalkünstler Dave Johnson aus Australien sorgt für gute Laune auf dem Boulevard. Foto: Julia Bruns

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  • Mathilda (2) und Marlene (3) aus Göttingen sind Gäste beim Sachsen-Anhalt-Tag - beide erfrischen sich am Brunnen in der Breiten Straße. Foto: Dennis Lotzmann

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  • Vom Model zum Talentsucher: Luzie Blümcke und Tim Fichte (von rechts) gehören zu den diesjährigen Gesichtern der Werbekampagne für das Schülerferienticket. Beim Sachsen-Anhalt-Tag in Wernigerode unterstützen sie die Modelsuche für das 2015er-Ticket. Allein in den ersten zweieinhalb stunden haben sich gut 80 Schüler dafür beworben. Unter ihnen der 16-Jährige Patrick Scholz. Foto: Sandra Reulecke

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  • Sonja und Ralf Westermeier aus Halberstadt haben sich im Mediendorf an der Stadtecke  zur Erinnerung an den Sachsen-Anhalt-Tag in Wernigerode eine ganz persönliche Volksstimme-Titelseite drucken lassen. Foto: Regina Urbat

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  • Ursula Lanzendorf (links) und Maria Heinrich schmücken das Radkreuz mit Schleifen. Zahlreiche Besucher des Eröffnungsgottesdienstes hatten bereits das Radkreuz geschmückt, das an allen Festtagen auf der Kirchenbühne stehen wird. Foto: Katrin Schröder

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  • Die Wernigeröder Stimmungsmacher

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  • Guido Reuter und Sarah Kotyrba berichten für den Offenen Kanal in Wernigerode vom Treiben auf dem Marktplatz. Foto: Julia Bruns

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  • Dirk Nagel und Anke Trute vertren das Kunstprojekt Sachsenspiegel aus Reppichau, dem ersten Freilichtmuseum für deutsche und europäisch-mittelalterliche Rechtsgeschichte. Foto: Sandra Reulecke

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  • Eine Delegation aus Tansania besucht den Sachsen-Anhalt-Tag. Von links: Pastor Festo Mbilinye, Chausiku Mohamed (Schulleiterin), Superintendent Phone Sanga, Ndikuvila Sanga (Leiterin einer Hauswirtschaftsschule), Stefanie Schmolke, Pfarrsprengel Ströbeck, und Hartmut Barsnick. Foto: Katrin Schröder

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  • Lisa Matscheroth ist das Ratslottchen: Die 23-jährige Erzieherin aus Wernigerode schlüpft in die Rolle des Maskottchens des 18. Sachsen-Anhalt-Tages. Foto: Jan Reichel

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  • Es ist der wohl heißeste Arbeitsplatz im Festgebiet: Adelheid Sattler (von links), Laura Eberhardt und Brigitte Schmidt verkaufen an der Ecke Breite Straße/Johannisstraße Kartoffelpuffer. Süß oder herzhaft - der Gast hat die Qual der Wahl. Der Erlös wird vom Lions Club Wernigerode an einen guten Zweck für die Kinder- und Jugendarbeit im Harz gespendet. Foto: Julia Bruns

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  • Henning Rühmann war mit seinem Holzbackofen beim Handwerkermarkt auf dem Hof der Krellschen Schmiede präsent. Für sein im Holzbackofen hergestelltes Brot verwendet er nur, wie er versicherte, ausgewählte Mehle aus der Region, beste Hefe und naturreines Meersalz, dazu den hauseigenen Sauerteig. Foto: Andreas Fischer

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  • Flotte Biene: Ilona Preuß bietet Produkte der Imkerei an. Foto: Sandra Reulecke

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  • Märchenstunde in der Remise: der Aufführung von

    Märchenstunde in der Remise: der Aufführung von "Rottkäpfchen" folgen am Sonnabend um 12 Uhr "...

  • Der Rundfunk-Jugendchor des Landesgymnasiums für Musik hat unter Leitung von Peter Habermann bei der Eröffnung auf dem Marktplatz in Wernigerode gesungen. Foto: Julia Bruns

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  • Hien Ngo und Hrinh Nguyen (rechts) verkaufen während des Landesfestes handbemalte Rohseide-Lampions aus ihrer Heimat Hoi An. Die vietnamesische Metropole ist seit 2013 Partnerstadt von Wernigerode. Foto: Julia Bruns

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  • Gerd Barwinsky alias

    Gerd Barwinsky alias "Fahrrad-Gerd" wirbt während des Sachsen-Anhalt-Tags für die Sonderausste...

  • Die Country Company aus Sangerhausen spielte am Freitagnachmittag auf dem Kohlmarkt. Foto: Julia Bruns

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  • Uschi Günther stellte in der Schreibwerkstatt im Leseraum der Stadtbibliothek in Wernigerode ihren Text vor. Ob es sich dabei um eine Novelle, Kurzgeschichte oder Short Story handelte, darüber diskutierten die Autoren André Schinkel und Thomas Rackwitz. Foto: Julia Bruns

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Rosemarie Wunsch freut sich, dass sie am Stand auch einen Prospekt von Ummendorf findet. Denn sie stammt aus dem Bördedorf. Allerdings hat sie 1956 nach Eisleben geheiratet, erzählt sie. Verwandte hat sie in Ummendorf nicht mehr, aber Freunde, mit denen sie noch guten Kontakt hat. Ob es denn noch immer Konzerte in der Burg gäbe, will sie wissen, die Akustik dort sei doch hervorragend.

Vielfalt an Prospekten

Astrid Seifert und Kora Duberow können den Gästen weiterhelfen, ihre Fragen beantworten und Prospekte mitgeben. Die beiden Frauen sehen sich aber auch mal kurz in der Nachbarschaft um, zum Beispiel bei den Azubis der Kreisverwaltung vom Jerichower Land am Stand gegenüber, die es sehr gut verstehen, die Festgäste für Produkte aus dem Landkreis zu begeistern. So für spezielle Nudeln aus einer Manufaktur und einiges andere. Gleich nebenan werben die Heimat- und Kulturfreunde Rogätz für ihren Ort, schräg gegenüber steht ein Modell einer Telegrafenstation. Mitglieder des Vereins Optische Telegraphie in Preußen erklären die Historie.

Zumindest akustisch bekommen die Frauen am Haldensleber Stand etwas vom Programm auf der Regionalbühne Elbe-Börde-Heide mit. Auch Ensembles aus dem Landkreis Börde wie „De Mädels“ vom Heimat- und Kulturverein Dahlenwarsleben treten hier auf und werden mit viel Beifall bedacht.

Auch beim Festumzug am Sonntag ist der Landkreis Börde vertreten. Die Initiative Offene Heide, die für eine ausschließlich zivile Nutzung der Colbitz-Letzlinger Heide eintritt, wäre auch gern im Umzug dabei gewesen. Doch das sei ihr verwehrt worden, verweisen Petra und Uwe Schubert aus Samswegen auf ein Schreiben vom Organisationsbüro aus Eisleben. Sie informierten unter anderem gemeinsam mit Helmut Adolf an einem Stand auf der Festmeile über ihr Anliegen. Zwar habe die Initiative bereits im Januar die Mitwirkung im Festumzug beantragt. Die Ablehnung sei aber erst wenige Tage vor dem Landesfest eingetroffen. Moniert wurde das Thema der Offenen Heide „Thesen statt Prothesen“. Es sei in den Richtlinien zum Festumzug nicht gestattet, sich im Festumzug in irgendeiner Form politisch zur Schau zu stellen, hieß es. So beschränkten sich die Akteure der Initiative auf den Stand.