Havelberg l Voll Haus am Dienstagabend in der Buchstation des Kulturprojektes Stadtinsel. Den Vortrag von Harald-Uwe Bossert zum Bernsteinzimmer wollten viele Havelberger hören. Der Militärhistoriker widmet sich diesem Thema seit geraumer Zeit und hat viel Wissenswertes zusammengetragen. Und so wurde es ein spannender Abend über die „teuerste Tapete der Welt“. „Tränen der Götter“, „Brennstein“, „Gold der Ostsee“, „Saftstein“ oder auch „Tränen der Sonne“ – Bezeichnungen gibt es viele für das 20 bis 40 Millionen Jahre alte fossile Harz. Harald-Uwe Bossert ging zunächst auf Bernstein ein, der schon von den Römern als Schmuckstein verehrt und bei den Germanen eins zu eins gegen Gold getauscht wurde. Er zeigte verschiedene Bernsteinarten, die die Besucher anschauen und erfühlen konnten. Auch einen aus Bernsteinstücken gefertigten Engel aus Polen präsentierte der Havelberger. Echter Bernstein lädt sich elektrostatisch auf, schwimmt im Wasser und brennt – letzteres auszuprobieren, ist natürlich nicht empfehlenswert.

Der Referent ging auf Bernstein als Heilmittel oder als Grundlage für Schnäpse und Liköre ein, bevor er zum Bernsteinzimmer, zum Besuch des Zaren Peter I. vor 300 Jahren in Havelberg und zum Verschwinden des Bernsteinzimmers im Zweiten Weltkrieg überleitete. Harald-Uwe Bossert hat am Donnerstag Studierende ab 50 des Wintersemesters 2016/17 der Magdeburger Uni zu Gast. Er wird sie im Haus der Flüsse zum Vortrag über das Bernsteinzimmer begrüßen, ihnen die Buchstation mit einer kleinen Auswahl Büchern zum Thema zeigen und natürlich den Dombezirk besuchen.

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