Klietz l Der junge Scharlibber Stecher Willi Glimm sorgte beim Fischerstechen in Klietz allerdings für ein Achtungszeichen: Er schaffte es als einziger, den 2,10 Meter großen Schönhauser Stecher-Hünen Enrico Ziehm vom Podest zu stoßen. Dem passierte das nach vier Jahren zum ersten Mal – er ist also nicht unbezwingbar.

Genutzt hat diese einzige Niederlage der Preußen-Handballer beim Kampf Jeder gegen Jeden den Konkurrenten jedoch nicht. Allerdings musste ein Stechen über den Sieg entscheiden: Wie die Schönhauser hatte auch die erste Klietzer Feuerwehrmannschaft um Stecher Enrico Dörfer sechs Siege auf ihrem Konto. Dieses Finale hatte es übrigens schon einmal gegeben. Platz drei ging mit fünf Siegen an die Scharlibber Freunde. Insgesamt waren sieben Männerteams dabei.

Die mangelnde Resonanz hatte zudem zur Folge, dass nur ein Damenteam antrat. Eigentlich hätten sich die Frauen den Sieg kampflos sichern können, doch ließen sie sich freiwillig auf Vergleiche mit den Männern ein. Stecherin Heike Gröseling schloss daraufhin in den sieben Kämpfen jeden Mal Bekanntschaften mit dem kühlen Nass des Klietzer Sees. Eine Kiste Sekt war die Siegprämie für die Frauen, die Handballer bekamen vom Ausrichter, dem Klietzer Feuerwehr-Förderverein, einen Essensgutschein über 100 Euro sowie 100 Euro Prämie.

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Kleintierzüchter erstmals beim Fischerst

Erstmals beim Rahmenprogramm mit dabei war der Klietzer Kleintierzüchter Walter „Waldi“ Eckert. Er ist der dienstälteste Züchter in der Region, 1953 hatte er erstmals Pfautauben in Schönhausen ausgestellt gehabt – ein Katalog kündete davon. Im Bismarck-Dorf ist er nun auch Vereinsmitglied. Zum Fischerstechen hatte er Kaninchen der Rasse „Rote Neuseeländer“ mitgebracht, Sussex-Hühner mit vier Wochen alten Küken und Zwergwelsumer, welche recht große Eier legen. Auch weiße Brieftauben waren ausgestellt. Mit dabei war auch Urenkel Jona, welcher als Jungzüchter in die Fußstapfen seinen Uropas tritt.

Für das übrige Rahmenprogramm sorgten wieder Mitarbeiter der Klietzer Bundeswehrkaserne, welche das Stechen ins Leben gerufen und bis vor einigen Jahren auch noch selbst ausgerichtet hatte. Karsten Kasubek lud wieder zum Schachspiel ein, ein Autodrehkran sorgte beim Kistenstapeln für die Sicherheit der Stapler. Um die Versorgung kümmerte sich der Förderverein der Wehr, die Gaststätte „Zur alten Tanke“ verkaufte Eis.

Anders als in den Vorjahren herrschte diesmal – von den Wettkämpfen einmal abgesehen – Stille auf dem Gewässer. Denn die neu stationierten Motorboote der Bundeswehr können auf dem verkrauteten See nicht fahren – das Grünzeug würde den Jet-Antrieb alsbald verstopfen. So blieb das M-Boot an Land. Es gibt aber einen Lichtblick: Im kommenden Jahr soll der See entkrautet werden. Jetzt jedoch wird erst einmal die Badestelle saniert.