Schönhausen/Klietz l  Ab 1. Juli werden die Plätze in Krippe, Kindergarten und Hort in den Orten des Elbe-Havel-Landes deutlich teurer. Zwischen fünf und acht Prozent liegt die Steigerung.

Ein paar Eltern aus Klietz und Schönhausen hatten sich am Mittwochabend auf den Weg nach Klietz gemacht, wo der Rat der Verbandsgemeinde dieses Mal tagte. Laut Vorschrift durften sie ihre Meinung zu dem Thema, das Bestandteil der Tagesordnung ist, allerdings nicht mehr kundtun. Caro Giese aus Hohengöhren erhielt lediglich kurz Rederecht. Sie machte noch einmal deutlich, dass die Gebühren schon jetzt über dem Durchschnitt im Landkreis Stendal, der im Land Sachsen-Anhalt bereits Spitzenreiter ist, liegen und mit der Erhöhung dieser Durchschnitt dann ganz erheblich überschritten wird.

Beispiel:

  • die achtstündige Betreuung eines Kindergartenkindes kostet im Durchschnitt 131 Euro, im Elbe-Havel-Land sind es bei der neuen Festlegung 145 Euro – also 14 Euro pro Monat mehr
  • für ein Krippenkind ist bei einer achtstündigen Betreuung ein Betrag von 210 Euro zu entrichten, der Durchschnitt im Landkreis liegt bei 179 Euro.

Sechs Gegenstimmen

Doch der Protest der Eltern nützte nichts: Mit elf Ja-Stimmen, sechs Gegenstimmen und einer Enthaltung wurde der Beschlussvorlage zugestimmt.

Recht ist den Ratsmitgliedern das auch nicht. „Natürlich wäre uns allen, die hier am Tisch sitzen, am liebsten, wenn die Kinderbetreuung kostenfrei wäre“, so Helga Paschke. Aber die steigenden Kosten, die vor allem durch das Personal entstehen, könne die Verbandsgemeinde nicht allein bezahlen. „Unsere Fraktion Die Linke hatte bei der Haushaltsabstimmung im April, in der die Erhöhung bereits inbegriffen war, zugestimmt – also müssen wir es auch jetzt tun.“

Silvio Wulfänger von der Allgemeine/CDU hatte die Position seiner Fraktion, dass man um die Erhöhung nicht herumkomme, bereits im Hauptausschuss deutlich gemacht. Sebastian Heinike erklärte, dass seine Fraktion „pro Elbe-Havel-Land“ dagegen stimmen werde, „die Eltern können nicht immer mehr bezahlen, während auf Landesebene das Geld verschwendet wird. Wichtig ist, dass der hohe Krankenstand bei den Erziehern abgebaut wird.“ Arno Bausemer: „Die Steuereinnahmen beim Bund sprudeln über und das Land hat Geld im Überfluss, aber nichts für die Kinder übrig.“