Schönfeld l Etliche Jahre war die einstige Gaststätte am Ortseingang Schönfelds von Süden aus kommend ungenutzt. Beim Hochwasser 2013 stand das Haus in den Fluten des Deichbruchwassers. Jetzt fällt das Gebäude mit seinem warmen Gelbton sofort ins Auge. Im Giebel prankt das Logo des Road Eagle MC Havelberg. Auch im Innern hat sich viel getan.

Mitglieder des Motorradclubs und Helfer haben das Haus saniert und zum Clubhaus umgebaut. Am Wochenende wurde Einweihung gefeiert und das Dorf zum Kennenlernen eingeladen. Eine gute Nachbarschaft ist das Ziel der Motorradfans.

AWO-Club war der Anfang

20 Mitglieder zählt der Club. Er gehört zu Road Eagle Deutschland mit 14 sogenannten Chaptern. In Spanien gibt es weitere vier und eins in Thailand. „Unser Motorradclub hat mittlerweile schon eine 40-jährige Tradition“, berichtete Präsident Fred Albrecht anlässlich der Eröffnung des neuen Domizils. Der Havelberger Club blickt auch auf eine langjährige Tradition zurück.

1994 hatten sich verbliebene Mitglieder aus dem bereits 1982 gegründeten AWO-Club entschlossen, die Asphaltfalken zu gründen. Diese entschieden sich im Jahr 2004, den Road Eagles beizutreten. Nach einem Jahr wurde daraus das vollwertige Road-Eagle-Chapter – die Geburtsstunde des Road Eagle MC Havelberg.

Einer, der alle drei Epochen mitgemacht hat, ist der Havelberger Ralf Düngel, Vize-Präsident des Clubs. Er ist das einzige verbliebene Mitglied, das schon dem AWO-Club angehört hatte. 20 Jahre waren die Motorradfans in Scharlibbe ansässig. Der Mietvertrag dort wurde nicht verlängert, ein neues Clubhaus musste her.

Haus neu ausgebaut

„Ein guter Freund hatte die Möglichkeit ergriffen, das Haus zu kaufen, die gröbsten Schäden zu beheben und hat es uns als Verein vermietet. Nun hatten wir eine Riesenaufgabe zu bewältigen. Dieses Haus war sehr stark reparaturbedürftig, aber wir entschlossen uns, es neu auszubauen“, berichtete Fred Albrecht. Im Obergeschoss entstanden Übernachtungsmöglichkeiten für die Clubmitglieder und ihre Familien für die Treffen.

Immerhin kommen die Mitglieder aus einem Umkreis von 100 Kilometern. Im unteren Bereich wurden Fußböden, Wände, Türen und Fenster erneuert oder repariert. Heizung und Sanitäranlagen entstanden neu. Es gibt einen großen Raum, der auch als Saal für Feiern dienen kann. Im vorderen Bereich ist der Clubraum mit Tresen und Sitzplätzen.

Cluboffene Abende

Die Einwohner Schönfelds und andere Interessierte sind eingeladen, den Club auf ein Bierchen zu besuchen, etwa wenn an jedem ersten Freitag eines Monats der cluboffene Abend stattfindet. Bei entsprechender Resonanz kann dies auch erweitert werden. „Weiterhin würden wir bei Interesse vor allem in den Wintermonaten auch Themenabende und Preisskat anbieten“, erklärte der Präsident.

Den Cubmitgliedern ist eine gute Nachbarschaft wichtig. Darum bereitete Fred Albrecht die Dorfgemeinschaft schon mal darauf vor, dass es zweimal im Jahr, im August und im November, zwei größere Partys geben wird. „Es werden Bands musizieren und jede Menge Biker nach Schönfeld kommen. Wir bitten um Verständnis, wenn es mal lauter wird.“

Freundliches Miteinander

Der Club möchte sich als Verein in Schönfeld zu Hause wissen und hofft auf ein freundliches und faires Miteinander. Er will sich auch ins Dorfleben einbringen. Der Clubchef erklärte den Gästen, zu denen auch Helfer, Lieferanten, Unterstützer und Familien gehörten, das Hobby der Road Eagles – wohlwissend, dass mancher skeptisch auf die neuen Nachbarn schaut.

„Viele von euch haben vielleicht gemischte Gefühle, bei den Rockern einzukehren. Man hört ja immer so allerlei. Davon haben wir auch gehört“, sagte Fred Albrecht. Ihr Hobby kostet Zeit und Geld. „Dafür gehen wir alle fleißig arbeiten, leben oftmals recht sparsam und können manchmal das Wochenende kaum erwarten, damit uns wieder der Wind um die Nase weht. Oftmals ist es aber auch der Regen, der ins Gesicht peitscht. Wir besuchen andere Clubs zu deren Partys, zelten dort. Wir sind in ganz Deutschland unterwegs, waren auch schon in Spanien.“ Zum Einstand spendierte der Club ein Fass Freibier.