Klötze l Am 1. Oktober 2016 hat im Altmarkkreis Salzwedel die „Kompetenzagentur“, gefördert über das Landesprogramm Regionales Übergangsmanagement (RÜMSA), ihre Arbeit aufgenommen. „Unser hauptsächliches Anliegen ist es, Jugendliche und junge Erwachsene im Alter von 13 bis 25 Jahren in Ausbildung zu bringen“, informiert Andrea Bartel, Mitarbeiterin der Grone-Schule gGmbH, im Gespräch mit der Volksstimme. Sie kümmert sich um die Bereiche Klötze, Dähre, Beetzendorf, Mieste, Kalbe/Milde und Gardelegen und bietet mittwochs individuelle Beratungen in der Hagenstraße in Klötze an. Indes ist ihre Kollegin Sylvia Léonard für den Bereich rund um Salzwedel zuständig.

Die Kompetenzagentur bietet Unterstützung, insbesondere für junge Erwachsene, bei denen es nicht rund läuft, sei es in der Schule, in der Ausbildung oder auch privat. „Wir helfen zum Beispiel auch bei der Wohnungssuche. Denn ein Dach über dem Kopf ist das Allerwichtigste“, unterstreicht Andrea Bartel. Weitere Problemfelder könnten Drogen, Schulden oder das stete Fernbleiben vom Unterricht sein. „Hier versuchen wir, uns mit den Eltern in Verbindung zu setzen und nach einer Lösung zu suchen“, sagt Andrea Bartel. Entscheidend sei es dann, die Jugendlichen zu motivieren und ihnen vor Augen zu führen, dass ein geregeltes Leben und ein Schulabschluss wichtig sind. Mit den Sekundarschulen beziehungsweise den Schulsozialarbeitern gebe es eine intensive Zusammenarbeit. Genauso wie mit dem Jobcenter, der Jugendgerichtshilfe oder dem Jugendamt. Nicht zu vergessen, so betont Andrea Bartel, sei der enge Kontakt zur Wirtschaft. Das sei bei der Suche nach Ausbildungsplätzen - einem der Kernthemen der Kompetenzagentur - von großem Nutzen.

Kein Schema F

Viel Zeit investiert Andrea Bartel darin, den Jugendlichen beim Schreiben von Bewerbungen zur Hand zu gehen und sie auf Vorstellungsgespräche vorzubereiten. „Davor haben die Jugendlichen oft großen Bammel. Je besser sie vorbereitet sind, desto ruhiger sind sie“, weiß die Mitarbeiterin der Kompetenzagentur. Und bei den Bewerbungen sei es wichtig, nicht nach Schema F vorzugehen. „Man muss aus der Masse herausstechen“, begründet Andrea Bartel.

Wer sich von ihr beraten lässt, tue dies freiwillig. Als erstes werde eine Vereinbarung abgeschlossen. Darin würden Ziele formuliert. Wenn es dann um einen Ausbildungsplatz gehe, werde zunächst einmal geschaut, wo die Stärken und Schwächen des Jugendlichen liegen. Und auch, was realistisch ist. „Manchmal muss man die Jugendlichen leider auch auf den Boden der Tatsachen zurückholen und ihnen verdeutlichen, dass bestimmte Berufe für sie wegen der Noten nicht infrage kommen.“

Die Kompetenzagentur und ein Vorgängerprojekt, dass durch den Altmarkkreis gefördert und ebenfalls von der Grone-Schule durchgeführt wurde, haben in den vergangenen drei Jahren bis dato 380 Jugendliche und junge Erwachsene betreut, wie Andrea Bartel berichtet. Davon seien 152 in ein Ausbildungsverhältnis vermittelt worden.

Darauf hofft aktuell auch Michelle Grothe. Die 17-Jährige Klötzerin besucht die Sekundarschule in Klötze und stieß nach einem Hinweis der Schulsozialarbeiterin auf die Kompetenzagentur. Was sie werden möchte, weiß sie noch nicht so genau. „Auf jeden Fall soll es mit Menschen zu tun haben“, sagt sie. Zusammen mit Andrea Bartel wird sie schon das richtige finden. Und dazu den passenden Ausbildungsplatz.