Oebisfelde l Gerhard Groneberg filmt seit mehr als 40 Jahren Ereignisse, Veranstaltungen und das Leben in Vereinen innerhalb seiner Heimatregion. Mit dem leidenschaftlichen Hobbyfilmer aus der Allerstadt führte Volksstimme-Mitarbeiter Harald Schulz ein Interview.

 

Gerhard Groneberg: Es ist meine Heimatstadt und meine Leidenschaft zu filmen. Ich entdecke immer wieder neue Facetten an der Stadt, die es für mich geschichtlich lohnenswert machen, mit meinem Kameraequipment unterwegs zu sein.

Darf man neugierig anfragen, was es in dem neuen Streifen zu sehen geben wird ?

Dürfen Sie. Während in dem ersten Film Anfang der 1990er Jahre allein die historische Seite von Oebisfelde das bestimmende Thema war, im zweiten Streifen im Jahre 2001 die Stadt in ihrer Entwicklung vor und nach der Wende zum Ausdruck gekommen ist, soll nun die Einheitsgemeinde in den Blickpunkt rücken.

Das dürfte dann ein Streifen in Spielfilmlänge werden ?

Oh nein, beileibe nicht. Geplant ist ein Film über Besonderheiten in Oebisfelde, in Weferlingen und auf den Dörfern. Alles verpackt in maximal 40 Minuten. Ich habe mir als Ziel für die Fertigstellung das Jahresende gegeben. Möglicherweise wird meine Ehefrau Renate als Pfadfinderin auf dem Rad unterwegs sein. Und ich verfolge sie mit Kamera und einer kamerabestückten Drohne zu den jeweiligen Hauptdrehplätzen.

Dabei bin ich aber auch auf die Mithilfe von außen angewiesen. Menschen, die über Historie, Besonderheiten oder einzigartige Orte und Plätze berichten können, bitte ich, sich bei mir telefonisch unter 039002/440 78 zu melden. Vielleicht unscheinbare Kleinigkeiten können dabei kostbar für den Film sein.

Wie vom Vorsitzenden des Heimatvereins Oebisfelde, Ulrich Pettke, zu erfahren war, gehören Sie zu den eifrigen Begleitern bei deren Aktivitäten ?

Nun ja, das hat sich so in den Jahren ergeben. Ich filme aus Leidenschaft. Und meine Heimatstadt im Film einzufangen, das ist schon toll. Derzeit bin ich kurz vor dem Abschluss, die Aktivitäten des Vereins in 2016 als Kurzfilm in Bild und Ton fertigzustellen. Zur kommenden Jahreshauptversammlung will ich den Streifen präsentieren.

Wie sind Sie eigentlich zur Filmerei gekommen ?

Mit dem Fotografieren Anfang der 1970er Jahre fing meine Leidenschaft an. Damals war ich mit einer Pouva Start unterwegs. So wie viele andere Hobbyfotografen fing ich Schnappschüsse ein. Dann fiel mir eine Lomo 215 in die Hände. Mit dieser Super 8-Kamera aus sowjetischer Herstellung war das Interesse am Filmen entbrannt. Vor allem Familie, Reisen und Unternehmungen wurde auf Schmalspurkassetten gebannt. Das ist selbstverständlich nicht die Qualität, die heute zur Verfügung steht. Doch das ABC der Hobbyfilmerei war damit bestens zu erfüllen.

So richtig durchgestartet bin ich dann zu Beginn der 1990er Jahre, als ich auf die Medien-Gruppe der Wolfsburger IG-Metall stieß. Dieser Zufall brachte mich dann endgültig in die Spur zum ambitionierten Hobbyfilmer. Mittlerweile wurde das gesamte Equipment der Medien-Gruppe zu mir nach Oebisfelde verfrachtet, weil wir keinen Treffpunkt in Wolfsburg finden konnten. Bei mir in der Kleiststraße treffen wir Hobbyfilmer uns nun jeden Dienstag zum Erfahrungsaustausch und um neue Projekte zu planen. Und diese Treffen können dauern.

Worin bestehen die Anforderungen an einen Hobbyfilmer Ihres Formats ?

Das liegt in erster Linie wohl an dem eigenen Anspruch. Doch heutige Präsentationen müssen einen technisch hohen Standard besitzen, um die Zuschauer zu faszinieren. Das kann mit Hilfe von Spitzentechnik, einem großen Erfahrungsschatz und dem Fingerspitzengefühl für die jeweilige Zielgruppe samt einen guten Schuss Unterhaltung erreicht werden.

Wie muss man sich das vorstellen ?

Visuell muss dem Betrachter ein in sich geschlossener Rahmen, eben eine filmische Sequenz, geboten werden. Dann ist die Vertonung ein entscheidendes, vielleicht sogar häufig das entscheidende Element für einen Film. Nur wenn Bild und Ton eine Einheit ergeben, spricht das den Zuschauer an. Eine besondere Herausforderung, wenn Musik eingefügt werden muss.

Welche Ihrer filmischen Arbeiten betrachten Sie als Höhepunkte ?

Was mir wohl mein Leben lang in Erinnerung bleiben wird, sind die Aufnahmen vom Hochwasser zu Beginn der 1990er Jahre. Wie die Flächen bei Grafforst im Wasser versunken waren, das mit der Kamera einzufangen, war bestimmt ein Höhepunkt.

Mit angenehmeren Erinnerungen verbinde ich die 975 Jahr-Feier der Stadt Oebisfelde, noch zu DDR-Zeiten, kurz vor der Wende. Diese Aufnahmen habe ich noch mit meiner Schmalfilm-Ausrüstung bewerkstelligt. Ein weiterer Höhepunkt war die 1000 Jahr-Feier der Stadt, die ich sehr intensiv mit Film und Ton begleitet habe. Es ist für mich schon ein gutes Gefühl, die Geschichte der Heimat eingefangen zu haben. Mein Wunsch wäre es, irgendwann einen Märchenfilm in Oebisfelde zu drehen. Ort, Straßen und Gassen eignen sich bestens.

Vielen Dank Herr Groneberg !