Jahrstedt l Die Ohre soll eines Tages für Fische komplett durchgängig werden. Vom Oberlauf an der Grenze zu Niedersachsen bis zur Mündung in die Elbe bei Rogätz. Und natürlich auch mittendrin im Drömling. So sieht es die Fortschreibung des Pflege- und Entwicklungsplanes vor. Dazu ist es notwendig, an der Ohre weitere Aufstiegsanlagen zu errichten. Eine solche soll auch bei Jahrstedt-Germenau entstehen. Nähere Informationen erteilte Matthias Kausche, Geschäftsführer des Zweckverbandes Natur- und Kulturlandschaft Drömling/Sachsen-Anhalt mit Sitz in Oebisfelde, am Dienstagabend im Jahrstedter Ortschaftsrat.

Demnach sollen durch die Fischtreppen die Lebensbedingungen für wandernde Arten verbessert werden. Sei es nun für relativ häufig vorkommende Kiemenatmer wie Hecht oder Karausche oder Seltenheiten wie Schlammpeitzger und Bachneunauge. Bisher, so erklärte Kausche, fristen die Fische wegen der schier unüberwindbaren Wehre ein ziemlich beengtes Dasein. Es falle ihnen schwer, optimale Laichplätze oder Rückzugsräume zu finden. Auch der genetische Austausch sei verbesserungswürdig. Durch die Aufstiegsanlagen soll sich diesbezüglich vieles zum Guten wenden. Dass die Fische tatsächlich von den Aufstiegshilfen profitieren, habe erst kürzlich eine Studie der Hochschule Magdeburg-Stendal in Zusammenarbeit mit der Naturparkverwaltung nachgewiesen (Volksstimme berichtete). Beispielsweise wurden am Verteilerbauwerk bei Buchhorst innerhalb von vier Wochen insgesamt 76 Fische und neun Arten mittels Reusen nachgewiesen, darunter Plötzen und Flussbarsche, aber auch Rotfedern und Brassen.

Weg wird versetzt

Für die Fischtreppe in Jahrstedt habe die Stadt Klötze, die Eigentümer des Grundstückes bleiben werde, schon vor einiger Zeit ihr Einverständnis erklärt, wie Kausche erinnerte. Auch die Anträge für Förderung und Bau seien bereits gestellt. Mit einem positiven Ergebnis rechnet er noch in diesem Jahr, sodass die Arbeiten eventuell schon 2018 beginnen könnten. In die Planungen sei auch der Jahrstedter Angelsportverein einbezogen worden, dessen Teich, die alte Badeanstalt, in unmittelbarer Nähe der Fischtreppe liegt. Alle Fragen scheinen dabei aber nicht geklärt worden zu sein. So erkundigte sich Ratsherr Maik Theisz, zugleich Vorsitzender des Anglervereines, was mit dem anfallenden Schlamm und Laub passieren werde. Kausche antwortete, dass der Unterhaltungsverband Obere Ohre die Bewirtschaftung und Unterhaltung der Aufstiegsanlage übernehmen werde. Um Platz für die Fischtreppe zu schaffen, werde der auf Germenauer Seite befindliche Weg um etwa einen Meter zur Seite versetzt. Der alte Betonsteg auf dem Wehr werde entfernt und durch ein Rostgitter ersetzt.

Alles in allem soll die Fischaufstiegsanlage etwa 55 Meter lang werden, wie Kausche erläuterte und stufenförmig nach oben führen. Es seien Kosten in Höhe von rund 200.000 Euro zu erwarten.