Klötze l „703 Grundstücke sind erfasst“, berichtete Birgit Lange, Geschäftsführerin des Klötzer Wasserverbandes, in der jüngsten Verbandsversammlung. Damit bezog sie sich auf die seit Sommer laufende Befragung von Grundstückseigentümern in Lockstedt, Hohenhenningen, Jahrstedt, Jübar, Hanum und Tangeln. Der Grund: In diesen Orten wird das Niederschlagswasser größtenteils in öffentliche Mischwasserkanäle eingeleitet. Mehrheitlich votierten die Verbandsmitglieder dafür, dem Verband die Abrechnung und Zuständigkeit für die Beseitigung des Regenwassers dort zu übertragen.

„Eigentlich ist die Entsorgung des Regenwassers in Mischwasserkanälen nicht Aufgabe des Wasserverbandes“, erläuterte Birgit Lange. Der Verband müsste aber dafür eine Umlage von den Mitgliedsgemeinden einholen. Deshalb erfolgte die Übertragung dieser Aufgabe per Beschluss an den Wasserverband. Die Geschäftsführerin stellte zudem klar, dass Privateigentümer ihr Grundstück nicht anschließen lassen müssen. „Sie müssen aber dafür sorgen, dass das Niederschlagswasser nicht das Grundstück verlässt“, sagte sie.

Heinrich Schmauch gab zu bedenken, dass „den Leuten nicht bewusst war, dass für das Einleiten des Regenwassers Kosten entstehen“. Er forderte einen Stichtag, bis zu dem die Betroffenen ihre Leitung abklemmen können. Matthias Mann sprach sich dagegen aus. „Der Vorwurf wackelt“, sagte er, „weil das Thema seit längerer Zeit bekannt ist.“

Birgit Lange informierte, dass bis Ende des Jahres alle Betroffenen angeschrieben und über die entstehenden Kosten informiert werden. Wichtig sei der Beschluss aber jetzt, weil mit 2017 auch eine neue Kalkulationsperiode beginnt.

Die Geschäftsführerin kündigte für das kommende Jahr allerdings Überprüfungen der von den Eigentümern gemachten Angaben an. Erstmals ist in der Preiskalkulation für 2017 im Abwasserbereich eine Summe von 54 Cent pro Quadratmeter versiegelter Fläche gesondert aufgeführt (Volksstimme berichtete).

Hendrik Appelt, Geschäftsführer eines Magdeburger Planungsbüros, erläuterte einige Eckdaten aus der Befragung. „Von 844 Grundstücksbesitzern haben 703 den Fragebogen ausgefüllt“, erläuterte er. „Das entspricht einem Anteil an Rückantworten von 87 Prozent.“ Damit würden Informationen für 74,57 Prozent der insgesamt 2 501 966 Quadratmeter vorliegen.

Laut den Informationen aus der Befragung beträgt die gebührenwirksame versiegelte Grundstücksfläche rund 13 Prozent, was rund 73 820 Quadratmetern entspricht. Werden Flächen einbezogen, die über eine Zisterne mit Überlauf in einen Kanal verfügen, erhöht sich die Fläche in diesen Orten, für die Gebühren verlangt wird, um zirka 4500 Quadratmeter.

Das Planungsbüro gab auch Prüfempfehlungen ab. Dabei hält sich die Verteilung fast die Waage: 49,22 Prozent der erfassten Flächen sollten überprüft werden, 50,78 Prozent nicht. Auf die Ortschaften aufgegliedert heißt das: In Jahrstedt werden 40 Prozent der erfassten Fläche überprüft, in Lockstedt 28 Prozent, in Hanum 12 Prozent, in Jübar 11 Prozent und in Hohenhenningen 9 Prozent.