Magdeburg l  Nach Informationen der Volksstimme liegt der Bericht eines externen Wirtschaftsprüfers vor und wurde bereits in kleiner Vorstandsrunde vorgestellt. Anfang November soll der Bericht im erweiterten Vorstand des Verbandes präsentiert werden. Bis dahin ist das Dokument strenge Verschlusssache und nur für den internen Gebrauch. Bei der Vorstandssitzung ausgegebene Exemplare sollen nach der Sitzung wieder eingesammelt worden sein.

Verbandschefin schweigt

Nachfragen der Volksstimme bei Verbandschefin Ute Simon hierzu bleiben unbeantwortet. „Ich gebe dazu keinen Kommentar ab“, sagt sie auf Nachfrage am Telefon und legt auf. Auskunftswilliger ist der stellvertretende Verbandsschef, Bernhard Ruth. „Ja, der Bericht wurde vorgestellt. Zum Inhalt wollen wir uns zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht äußern“, sagt er. In dem Papier seien die aktuellen wirtschaftlichen Eckdaten umrissen und würde unter anderem die Liquiditätsbeschaffenheit des Verbandes erläutert.

Glaubt man Teilnehmern der Sitzung, steht es um die finanzielle Situation des Verbandes nicht besonders gut. Äußern will sich dazu allerdings niemand. Auch Vorstandsmitglieder, mit denen die Volksstimme sprechen konnte, wollen namentlich nicht genannt werden. „Der Bericht bestätigt die Vorwürfe“, sagte einer. Nachprüfen lässt sich das indes nicht. „Wir wollen das weitere Vorgehen erst im erweiterten Vorstand klären, bevor wir uns öffentlich äußern“, sagt Ruth. Bei der Sitzung Anfang November soll unter anderem geklärt werden, ob man einen außerordentlichen Verbandstag einberuft.

Weitere Turbulenzen

Bei der kleinen Vorstandssitzung soll es indes erneut starke Meinungsverschiedenheiten gegeben haben. Verbandsschatzmeister Hans-Otto Schlehf hatte etwa die Absetzung von Ute Simon beantragt. Damit kam er aber nicht durch, weil der Antrag nicht zugelassen wurde. Nicht wenige werfen Schlehf vor, eine Kampagne gegen Ute Simon zu fahren.

Auslöser für die aktuellen Turbulenzen war ein öffentlich gewordener Prüfbericht Schlehfs, in dem er zu dem Schluss kommt, dass der Verband der Gartenfreunde Magdeburg kurz vor der Insolvenz steht. In seiner Analyse, die der Volksstimme vorliegt, schlägt der Schatzmeister vor, die Mitgliedsbeiträge der 14 000 Laubenpieper zu erhöhen und einen unabhängigen Wirtschaftsprüfer einzusetzen (dessen Bericht nun vorliegt). Laut seinen Erkenntnissen habe sich das Vermögen des Verbandes zwischen 2002 und 2014 massiv verringert. Die Verbandsspitze um Ute Simon bestreitet das.

Zuletzt hatte der Verband der Gartenfreunde den „Tag der Ernterekorde“ auf dem Alten Markt am 26. September absagen müssen. Als Grund für die Absage wurde eine Haushaltssperre genannt. „Alle Ausgaben sind auf dem Prüfstand“, hieß es damals.