Magdeburg l Am Hasselbachplatz (vor der Sparkassenfiliale), im Stadtpark (nahe Württemberg) und am Grillplatz im Nordpark erprobt der Abfallwirtschaftsbetrieb der Stadt Magdeburg im zweiten Testlauf eine neue Generation der Mülltonne.

Mit dem simplen Abfalleimer am Wegesrand hat sie nur noch so viel gemein, als dass der Passant bitte seinen Müll hineinwerfen soll. Danach reagiert die Tonne intelligent. Auf dass möglichst viel Abfall hineinpasst (600 bis 700 Liter) stampft eine integrierte Presse den Müll zusammen – angetrieben von einem Solarmodul auf der Tonnenoberseite. Eine halbe Stunde Sonnenschein soll für den Monatsbetrieb ausreichen. Noch dazu meldet der Rieseneimer den eigenen Füllstand oder Defekte eigenständig an Handy oder PC. Der Abfuhrrhythmus kann angepasst und damit wirtschaftlicher gestaltet werden. So weit die Theorie.

Erster Test in Magdeburg floppte

In der Praxis hat ein ähnliches System sich in einem ersten Testlauf 2012 als Reinfall herausgestellt. Die damaligen Standorte erwiesen sich als sozusagen suboptimal gewählt. Die Tonnen wurden wenig genutzt, die Wegesränder (z. B. vor dem Karstadt-Warenhaus und am Hauptbahnhof) stärker verschmutzt, weil das Papierkorbnetz im Umfeld der Supertonnen ausgedünnt wurde. Außerdem erwies sich die Entleerung der damals erprobten Solarmüllpressen als kompliziert. Sie erwiesen sich als unkompatibel mit der Fahrzeugflotte des Abfallwirtschaftsbetriebes.

Im Stadtrat Magdeburg machte unlängst die Fraktion der Grünen erfolgreich mobil für den zweiten Testlauf mit einem neuen Tonnenmodell. Parallel, das gab der Umweltbeigeordnete Holger Platz (SPD) im Rat zu Protokoll, hat sich der Abfallwirtschaftsbetrieb auf Messen über geeignetere Müllpressen für Magdeburg informiert. Das neue Pilotprojekt wird von deren Herstellerfirma begleitet. Neben wirtschaftlicheren Abholrhythmen verspricht sich die Stadtverwaltung vom Einsatz der neuen Behälter eine Arbeitserleichterung fürs Personal des Abfallwirtschaftsbetriebes. Die Müllmänner müssen aktuell 45-Liter-Metallkörbe eigenhändig aus ihren Verankerungen hieven und zu den Entsorgungsfahrzeugen transportieren. Die Bewältigung dieser Lasten soll möglichst entfallen.

Die Solarmüllpressen werden an den drei genannten Standorten bis Ende Juli 2017 ausprobiert. Ob die intelligente Tonne in Magdeburg ihren Siegeszug feiern darf, steht frühestens im Herbst fest.