Magdeburg l Wie sich die aus dem seltenen Naturstein „Rogenstein“ erbaute neogotische Ambrosiuskirche in Magdeburg bei ihrer Fertigstellung anno 1877 zeigte, ist bereits auf der nord-östlichen Seite des Kirchenschiffes zu sehen. Hier bietet sich für Passanten ein perlmuttfarbener Anblick, der durch eine umfangreiche wie aufwendige Sanierung wiederhergestellt wurde.

Knapp acht Monate haben die Arbeiten im Vorjahr in Anspruch genommen, um u. a. sogenannte Antragungen vorzunehmen (mit Restauriermörtel haben Steinmetze Fehlstellen am historischen Bauwerk ausgebessert), absturzgefährdete Zierelemente zu erneuern oder zu ersetzen.

Kirchen-Fassade bröckelt

Zur Erinnerung: Witterungsbedingungen, eine falsche Sanierung in den 1950er Jahren sowie Kohlenstoffdioxid des Fahrzeugverkehrs von der vielbefahrenen Halberstädter Straße, die als Hauptverkehrsachse direkt an der Kirche vorbeiführt, haben dafür gesorgt, dass die Fassade bröckelte und einzelne Zierelemente aus Sicherheitsgründen bereits entfernt werden mussten.

Glaubt man Bewohnern des Magdeburger Stadtteils Sudenburg, habe sich der Aufwand gelohnt. „Es ist, als ob hier eine neue Kirche steht“, beschreibt Pfarrer Konstantin Rost seinen Eindruck. Auch Architektin Sina Stiebler ist zufrieden mit dem Ergebnis: „Vor allem, weil wir die bauzeitliche Gestalt und Oberfläche erreichen konnten und vollumfänglich – trotz statisch anspruchsvoller Aufgabenstellungen – den Kostenrahmen eingehalten haben.“

Zweiter Bauabschnitt ab März 2018

Besonders Letzteres ist heutzutage nicht die Regel, wie Großprojekte etwa in Berlin oder in Magdeburgs Innenstadt der Bau des Citytunnels zeigen, auch wenn die Ursachen dafür vielfältig sind.

Mit dem ersten Bauabschnitt ist aber lediglich eine Etappe des Gesamtvorhabens geschafft, die komplette Kirche in ein neues Bild zu setzen. Ab März 2018 steht der zweite Bauabschnitt an, die planerische Vorbereitung dafür ist durch. „Grundsätzlich handelt es sich um die identischen Maßnahmen des ersten Bauabschnitts. Jedoch sind die Schäden an der Süd-West-Seite deutlich höher einzuschätzen. Die Grundkonstruktion ist in Teilen durch Niederschlagseintritt gravierender geschädigt“, macht Sina Stiebler deutlich. 2019 soll dann der dritte und finale Bauabschnitt umgesetzt werden.

Keine Gitter am Kirchenfenster

Parallel zum ersten Teil der Fassadensanierung sind im Bereich des Erdgeschosses des Langhauses die nachträglich vermauerten sieben Fensteröffnungen wieder geöffnet worden, wie es der Gemeindekirchenrat beschlossen hatte. Bewusst sei entschieden worden, auf eine oft typische Fenstervergitterung zu verzichten, so dass zuerst eine Schutzverglasung mit Verbundsicherheitsglas (VSG) im Stahlrahmen eingebaut wurde. „So ist zum einen die Belichtung, aber auch der Sicherheitsaspekt gegeben“, klärt die Architektin auf. Dazu wurden über Spenden und Zuwendungen bereits vier Bleiglasfenster nach historischer Vorlage beschafft. Über Spenden sollen die restlichen Fenster realisiert werden, so die Hoffnung.

Für Unterstützung wirbt auch der Förderverein der Kirche im Internet: http://www.foerderverein-ambrosius.de/