Magdeburg l „Die Statistik ist in ganz Magdeburg verheerend“, urteilt der Grüne Timo Gedlich. Der Antrag von CDU/FDP/BfM, der auf der jüngsten Ratssitzung eine klare Mehrheit fand, geht seiner Fraktion längst nicht weit genug. Unter dem Kurztitel „Baumpflanzungen Stadtfeld-Ost“ forderte dieser, der Oberbürgermeister möge prüfen, wo und wann im genannten Stadtteil „kurz- und mittelfristig“ Baumpflanzungen als Ausgleichsmaßnahmen realisiert werden könnten.

Zur Begründung führten die Antragsteller die „massiven Baumfällungen“ in Stadtfeld an und konstatieren: „Stadtfeld-Ost hatte in der Vergangenheit viel Grün, das durch die Fällungen teilweise verloren gegangen ist.“ Ein Ausgleich vor Ort sei „von großer Bedeutung“.

Überall in Magdeburg ein Problem

Kein Widerspruch im Rat, nur eben der von Gedlich, der die Forderung als „Schritt in die richtige Richtung“ bezeichnete, allerdings als zu kleinen. Überall in der Stadt verschwinde Grün und würde vielfach nicht an Ort und Stelle ersetzt oder – schlimmer noch – gar nicht. „2016 sind nur 38 Prozent der gefällten Bäume nachgepflanzt worden und da sind die Fällungen wegen des Asiatischen Laubholzbockkäfers noch gar nicht eingerechnet“, klagte Gedlich und kündigte einen Antrag der Grünen an: „Die Fällungen müssen eins zu eins ausgeglichen werden!“

Interesse auf eine Mitautorenschaft bei einem solchen Antrag meldete sogleich Frank Theile für seine Fraktion Links für Magdeburg an: „Herr Gedlich, wir würden uns freuen, uns an einem solchen Antrag beteiligen zu dürfen.“

Erst zur Ratssitzung im Februar hatte der Umweltbeigeordnete Holger Platz (SPD) auf Grünen-Anfrage im konkreten Fall eine Nachpflanzlücke in Altstadt bestätigt. Das Dutzend Bäume, das für den Hotelneubau an der Otto-von-Guericke-Straße (gegenüber Museum) weichen musste, solle zwar ersetzt werden, aber leider nicht vor Ort, sondern „nach meiner Kenntnis im Elbauenpark“.