Magdeburg l Magdeburgs Oberbürgermeister will mehr Stadtwald. Ein Konzept zur Nachpflanzung von Bäumen hatte Lutz Trümper als eines von zehn Schwerpunktthemen seiner Arbeit für den Zeitraum bis 2022 benannt. Jetzt gibt es von der Verwaltung erste Vorschläge, wie und wo die sogenannten neuen Magdeburger Baumhaine entstehen sollen.

Baumhaine und nicht Wald

Darüber werden die Stadtratsmitglieder in den kommenden Wochen in ihren Ausschüssen beraten. Es sollen Stadtflächen ausgewiesen werden, in denen ein Stadtwald entwickelt werden kann. Dabei ist es der Verwaltung dem Beschlussvorschlag zufolge allerdings wichtig, dass nicht mehr von einem Stadtwald, sondern von Baumhainen die Rede ist. Denn: Aus dem Begriff Wald würden sich rechtliche Anforderungen ergeben.

Vorrangig sollen die Stadtteile Sudenburg, Stadtfeld-Ost, Reform, Rothensee und Neue Neustadt neue Bäume bekommen. Dort gebe es zu wenige Grünflächen. Die ersten Vorschläge für Baumhaine:

1. Bahnflächen südlich des Schlachthofviertels: Es soll geprüft werden, ob ehemalige Bahnflächen im Bereich des ehemaligen Schlachthof-Geländes zwischen Stadtfeld und Sudenburg als öffentliche Grünflächen genutzt werden können.

2. Freiräume Westfriedhof und Sudenburger Friedhof: Südlich des Westfriedhofes sowie nördlich und südlich des Sudenburger Friedhofs sollen Flächen vernetzt und Gehölzpflanzungen entwickelt werden. Ein Vorteil: Potenzielle Flächen gehören dort zum Teil bereits der Stadt.

3. Diesdorf: Unter anderem zum Schutz vor Erosion sollen in Diesdorf Bäume gepflanzt werden. Dafür sollen möglicherweise Kleingärten außerhalb der Siedlung oder am Siedlungsrand genutzt werden.

4. Beyendorf-Sohlen: Auch im Bereich Beyendorf-Sohlen existieren bereits Flächen, die der Stadt gehören und zur Bepflanzung genutzt werden könnten.

5. Wiesengraben Ottersleben: Entlang des Großen und Kleinen Wiesengrabens südlich von Ottersleben sollen die gleichartigen Büsche und Bäume zu einer vielfältigen Bepflanzung ausgebaut werden.

6. Sket-Nordareal: Im Süden und Osten des Sket-Nordareals sollen die Randbereiche flächig bepflanzt werden.

7. Brachfläche Sandbreite: Brachflächen, wie die im Bereich der Buckauer Karl-Schmidt-Straße, welche sich zum Beispiel wegen Lärm nicht für eine bauliche Nutzung eignen, sollen für Baumhaine genutzt werden.

Wo vorerst keine Bäume gepflanzt werden sollen: Auf den hochwertigen Böden der Magdeburger Börde, in der Elbaue, wo Frischluftschneisen freigehalten werden müssen und dort, wo Brachflächen baulich genutzt werden können. Ob die Baumhain-Ideen der Verwaltung bei den Stadträten gut ankommen, wird sich spätestens bei der geplanten Beschlussfassung in der Oktober-Sitzung des Stadtrates zeigen.