Magdeburg l Vorausgegangen waren die öffentlich diskutierten Probleme über die weitere Finanzierung der Einrichtung, die seit vielen Jahren Anlaufstelle für Kinder jedes Alters ist, um verschiedene Projekte durchzuführen, und die mit dem Jobcenter zusammenarbeitet. „Zugegebenermaßen bin ich heute ein bisschen aufgeregt“, sagte Frank Friedrich, Leiter der kurz Özim genannten Einrichtung, zu Beginn der Sitzung der Gemeinwesenarbeitsgruppe (GWA) am Mittwochabend. Er wollte den Anwesenden seine Sichtweise der Situation darstellen.

Vermietungen sind das Problem

Grund für die derzeitigen Probleme sind die Vermietungen der Räume an Dritte. Diese sind eine der Haupteinnahmequellen für den Verein, um die laufenden Betriebs- und Reparaturkosten für das alte Gemäuer bezahlen zu können. Seitdem direkt neben dem Özim auf dem Gelände des ehemaligen Guericke-Gymnasiums eine Eigenheimsiedlung entstanden ist, sind sie aber auch Ursache für Anwohnerärger.

Einnahmen brechen weg

Da aus Sicht einiger Hausbesitzer manche Mieter des Özim zu laut und zu lang feierten, wurden von der Stadt als Eigentümerin des Geländes die Bedingungen für Fremdveranstaltungen immer mehr verschärft. Seit Beginn des Jahres dürfen sonn- und feiertags sowie an anderen Tagen von 22 bis 7 Uhr keine Vermietungen vorgenommen werden, womit ein Teil der Einnahmequellen des Özim wegbricht.

Von Entscheidung überrascht

„Uns fehlen 500 bis 800 Euro im Monat. Wir versuchen uns auch mit Rechtsmitteln gegen den Verwaltungsbescheid zu wehren“, erklärte Friedrich den zahlreich erschienenen Besuchern. Lärmbelästigungen wie vor einigen Jahren seien aber gar nicht mehr gegeben, seit eine 45-Dezibel-Anlage zur Lärmbegrenzung eingebaut wurde und Feiern von Jugendlichen zwischen 18 und 25 Jahren seit 2013 nicht mehr stattfinden. „Die Verwaltungsentscheidung hat uns sehr überrascht“, sagte Friedrich, der vor den Zuhörern für den Fortbestand des Öko-Zentrums warb.

Viel in Eigenleistung

„Uns besuchen jährlich 2000 bis 2500 Kinder. In diesem Jahr kamen in einem Monat bereits 400. Auch haben wir in den letzten Jahren das Öko-Zentrum in einen besseren Zustand gebracht durch Eigenleistungen und die uneigennützige Hilfe von Kleinstunternehmern aus Stadtfeld“, meinte Friedrich und machte dadurch auch die Verwurzelung des Özim im Stadtteil deutlich.

Anwohner wollen Erhalt

Dem schlossen sich auch die Meinungen der erschienenen Anwohner aus dem benachbarten Milanweg an. „Seit der Eindämmung der Vermietung an die Jugendlichen ist gar kein Lärm mehr zu hören. Ich würde es bedauerlich finden, wenn der Verein finanziell an seine Grenzen stößt“, sagte eine Anwohnerin. „Ich freue mich, wenn hier was los ist, und habe auch selber schon einmal hier gefeiert. Was nicht geht, sind Extremsituationen, dass man nachts nicht schlafen kann. Die gibt es aber nicht mehr“, meinte ein weiterer Eigenheimbesitzer. Ein anderer Diskussionsteilnehmer ging noch weiter: „Wir Anwohner sollten uns mal subjektiv gegenüber dem Ordnungsamt äußern, dass es mit der Lärmbelästigung nicht so ist.“

Konsens mit allen gewollt

Selbst etwas überrascht, freute sich Frank Friedrich über die Ansichten der anwesenden Anwohner. „Wir wollen auch Konsens mit allen haben“, äußerte sich Friedrich. „Wir haben heute vorwiegend nur Positives vernommen, das ist doch toll. Ich habe gehört, dass die Verwaltung ihre Entscheidung überdenkt, wir sollten erst mal abwarten“, bemerkte GWA-Sprecherin Evelyn Schulz am Ende der Diskussion.