Magdeburg l Zwischen Sandtorstraße, Rogätzer Straße und Hansastraße in Magdeburg sollen Wohnungen für Studenten gebaut werden. Das geht aus einem Beratungspapier des Baudezernats für den Magdeburger Stadtrat hervor. Der Uni-Campus und der Wissenschaftshafen sollen städtebaulich „dichter aneinanderrücken“. Genau heißt das, dass die Baulücken dazwischen möglichst geschlossen werden sollen. Eine dieser Lücken ist das große Grundstück zwischen Hansastraße, Sandtorstraße und Wittenberger Straße. Es ist eine große, unbebaute Fläche und eines dieser Areale, die Städteplanern immer ein Dorn im Auge ist. Vor dem Zweiten Weltkrieg gab es dort eine dichte Wohnbebauung, nach dem verheerenden Bombenangriff im Januar 1945 blieb eine Lücke zurück. Die soll möglichst schnell geschlossen werden.

Planverfahren

Schon 2003 hatte die Stadt für das Gelände im Rahmen des sogenannten „Bebauungsplanverfahrens zum Bebauungsplan Rogätzer Straße“ beschlossen, dass das Areal als „Sonderfläche Universität und Wissenschaft“ festgeschrieben wird. Soll heißen, dort darf nur gebaut werden, was mit „Universität“ oder „Wissenschaft“ (oder beidem) zu tun hat.

Das soll in den kommenden Jahren auch passieren. In der jüngsten Bürgermeisterdienstberatung lag eine Vorlage auf dem Tisch, die vorschlägt, den Rad- und Gehweg zwischen Sandtorstraße und Hansastraße „einzuziehen“. Er soll also aufgehoben und abgerissen werden. Grund dafür ist der geplante Verkauf des Grundstücks.

Investor vorhanden

Wie das Beratungspapier berichtet, gebe es einen Investor, der plant, auf dem Gelände ein Studentenwohnheim zu bauen. Sechs Geschosse soll der angedachte Winkelbau bekommen und eine Bruttogrundfläche von rund 8500 Quadratmetern haben. Dazu sind noch 66 Pkw-Parkplätze vorgesehen.

Brückenschlag

Die Stadt ist natürlich hoch erfreut über diese mögliche Investition, passt sie doch genau ins Entwicklungskonzept für das Areal. Das Vorhaben des Investors schaffe einen städteplanerischen Brückenschlag zwischen Universität und Wissenschaftshafen. Mit der Nutzung für studentisches Wohnen werde der Uni-Campus näher an den Wissenschaftshafen herangeführt. In Folge dessen sei mit einem positiven Impuls hinsichtlich einer weiteren Urbanisierung des Wissenschaftshafens zu rechnen.

Um tatsächlich ein Studenten-Wohngebäude bauen zu können, müsse der Geh- und Radweg weichen, schlägt das Baudezernat vor. Da die Stadt Magdeburg „Baulastträger“ des Weges ist, er ihr also gehört, muss der Stadtrat dem Vorschlag zustimmen. Das soll möglichst in der kommenden Juni-Sitzung passieren, so der Zeitplan.