Magdeburg l Eines machen die Bilder aus dem Planer-Computer spätestens auf den zweiten Blick klar: Das mindestens 60 Millionen Euro schwere Jahrhundertprojekt „Neuer Strombrückenzug“ stellt nicht nur hohe Anforderungen an die Brückenbaumeister von heute, sondern auch an Freiraum- und Landschaftsplaner – zum Beispiel bei der Schaffung neuer Plätze und Wegebeziehungen zwischen den alten Brücken und dem Neubau.

Vier Jahre Bauzeit

Der Brückenneubau wird das Lebensgefühl auf dem südlichen Werder enorm verändern. Quasi vor der Haustür der Elbinsel-Bewohner werden in den kommenden Jahren tonnenweise Stahl und Beton verbaut und nicht jeder Anwohner freut sich auf diese Aussicht. Allerdings bieten die neu entstehenden Freiräume – werden sie wirklich gut geplant und satt begrünt – durchaus Chancen, zu neuen Orten der Kommunikation nah am Flussufer zu reifen. Bis dahin gehen aber noch mindestens vier Jahre Zeit ins Land.

Das Gesamtprojekt umfasst allein fünf Ingenieurbauwerke: neue Brücke über die Alte Elbe (Pylonbrücke, 248 Meter lang), neue Brücke über die Zollelbe (Rahmenkonstruktion, 67 Meter lang), Sanierung der Strombrücke, Sanierung der Anna-Ebert-Brücke und Umbau der Zollbrücke. Samt Anbindungsstraßen entstehen neue Verkehrsanlagen auf einer Länge von 1,7 Kilometern.

Details zur Strombrückenvision

Magdeburg (mp) l Den Planern quasi über die Schulter geschaut, können Details der Visionen für den neuen Strombrückenzug veranschaulicht werden. Beim Jahrhundertprojekt, das mindestens 60 Millionen Euro kosten wird, haben sich auch Freiraum- und Landschaftsplaner eingebracht.

  • Werder 1: Zwischen Zoll- und Anna-Ebert-Brücke entsteht am Werder eine riesige Freitreppe. Visualisierung: Leonhardt, Andrä und Partner

    Werder 1: Zwischen Zoll- und Anna-Ebert-Brücke entsteht am Werder eine riesige Freitreppe. V...

  • Zitadelle 1: Zwischen Zollbrücke und neuer Brücke entsteht ein neuer Abgang zum Weg Zitadelle. Visualisierung: Leonhardt, Andrä und Partner

    Zitadelle 1: Zwischen Zollbrücke und neuer Brücke entsteht ein neuer Abgang zum Weg Zit...

  • Zollelbeweg: Blick vom Zollelbeufer auf die neue Brücke von unten mit den Bögen der Zollbrücke im Hintergrund. Visualisierung: Leonhardt, Andrä und Partner

    Zollelbeweg: Blick vom Zollelbeufer auf die neue Brücke von unten mit den Bögen der Zol...

  • Werder 2: Blick von der neuen Treppenanlage am Werder in Richtung Dom auf den Aufgang zum neuen Brückenzug. Visualisierung: Leonhardt, Andrä und Partner

    Werder 2: Blick von der neuen Treppenanlage am Werder in Richtung Dom auf den Aufgang zum neuen B...

  • Alte Elbe: Der neue Brückenschlag vom Cracauer Ufer der Alten Elbe aus gesehen. Visualisierung: Leonhardt, Andrä und Partner

    Alte Elbe: Der neue Brückenschlag vom Cracauer Ufer der Alten Elbe aus gesehen. Visualisieru...

  • Zitadelle 3: Blick von der neuen Passage auf die Zollbrücke (links) und den Brückenneubau (rechts). Visualisierung: Leonhardt, Andrä und Partner

    Zitadelle 3: Blick von der neuen Passage auf die Zollbrücke (links) und den Brückenneub...

  • Zitadelle 2: Abgang von der Zollbrücke (links) auf einen Weg unter der neuen Brücke hinunter zur Zollelbe. Visualisierung: Leonhardt, Andrä und Partner

    Zitadelle 2: Abgang von der Zollbrücke (links) auf einen Weg unter der neuen Brücke hin...

  • Bahnstopp: Die Straßenbahnhaltestelle Werder auf der neuen Brücke. Pkw haben eine Spur je Richtung. Visualisierung: Leonhardt, Andrä und Partner

    Bahnstopp: Die Straßenbahnhaltestelle Werder auf der neuen Brücke. Pkw haben eine Spur ...

  • Bei Tag: Blick von Ostelbien auf den neuen Brückenzug. Links befindet sich der Dom, rechts sind die Werder-Hochhäuser im Bild zu sehen. Autos und Straßenbahnen sollen ab 2020 auf jeweils einer Spur je Richtung über den Neubau rollen. Visualisierung: Leonhardt, Andrä und Partner

    Bei Tag: Blick von Ostelbien auf den neuen Brückenzug. Links befindet sich der Dom, rechts s...

  • Blick auf den gesamten neuen Brückenzug. Visualisierung: Leonhardt, Andrä und Partner

    Blick auf den gesamten neuen Brückenzug. Visualisierung: Leonhardt, Andrä und Partner

Die europaweite Ausschreibung der Ausführungsplanung und der Bauleistungen sieht die Stadtverwaltung für April 2017 vor; Angebote werden bis Juni angenommen. Deren Bewertung wird voraussichtlich bis September andauern. Dann ist der Vergabebeschluss im Stadtrat angesetzt. Der Baustart ist für Oktober 2017 vorgesehen; zunächst wird das Baufeld freigeräumt. Es schließt sich – verläuft wirklich alles nach Plan – eine dreijährige Bauzeit an, die Ende 2020 in die feierliche Brückeneinweihung münden soll.