Magdeburg l Das „grüne Herz“ Magdeburgs war vom Hochwasser 2013 gänzlich überflutet worden. Rund 20 Kilometer Weg wurden im Rotehornpark in Mitleidenschaft gezogen – unterspülte Wege, abgetragene Deckschichten, Unmengen Treibgut waren die Folge.

Haus der Athleten

Drei Jahre sind seit dem Hochwasser vergangen, nun kommt endlich Bewegung in den Ersatzneubau für das Haus der Athleten auf dem Werder. Mit den Abbrucharbeiten des Gebäudes wird noch in diesem Jahr begonnen. Der Neubau wird im kommenden Jahr in Angriff genommen und 2018 fertiggestellt sein, so der Plan. Im Ersatzneubau werden wieder 61 Gästezimmer entstehen und ein Restaurant mit Terrassenbetrieb, das einen Blick auf die Alte Elbe ermöglicht.

Die Baumaßnahmen im Zuge der Schadensbeseitung, welche die Sportgebäude im Stadtpark betreffen, haben unterschiedliche Abarbeitungsstände. „Das liegt im Wesentlichen daran, dass für einige Objekte die Finanzierung über Zuwendungen aus der Wiederaufbauhilfe und Drittmitteln, wie Spenden, nicht gedeckt war“, so Stadtsprecherin Kerstin Kinszorra auf Nachfrage der Volksstimme.

Baustellen im Stadtpark Magdeburg

Magdeburg (mp) l Großbaustelle Stadtpark. Die im Zuge der Schäden in Folge des Hochwassers des Sommers 2013 notwendigen Sanierungs- und Neubaumaßnahmen in Magdeburgs grüner Lunge sind bereits angelaufen. Weitere kündigen sich an.

  • Das Bootshaus des USC Magdeburg am Niemeyerweg ist bereits abgerissen worden. Ein Ersatzneubau ist hier geplant. Foto: Marco Papritz

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  • Stillstand im Fall „Jägerhütte“: Seitdem das einstige Ausflugslokal 2006 teilweise ausgebrannt war, lässt eine Wiederbelebung auf sich warten. Die Stadtverwaltung  befürwortet einen Abriss. Von Marco Papritz

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  • Pläne zur Fortschreibung eines Plans zur Entwicklung der Rotehorninsel sahen ein Ende des Schotterparkplatzes am Heinrich-Heine-Weg vor. Der Bauausschuss lehnte ab. Ab Oktober sind die Parkplätze zwischen Stadthalle und Le Frog und an der Hyparschale kostenpflichtig. Foto: Marco Papritz

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  • Am Bootshaus von Lokomotive Magdeburg entsteht an der Alten Elbe ein neuer Anlegesteg.  Foto: Marco Papritz

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  • Die Laaß- und Graalsbrücke an der Tauben Elbe im südlichen Teil des Parks werden in zwei Bauphasen instandgesetzt. Voraussichtlich Ende des Monats werden sie freigegeben.
Foto: Marco Papritz

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  • Zu den Arbeiten im Bereich der Brücke am Seilerweg über einen Arm des Adolf-Mittag-Sees gehört auch eine Neugestaltung der Böschung. Foto: Marco Papritz

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    Zu den Arbeiten im Bereich der Brücke am Seilerweg über einen Arm des Adolf-Mittag-Sees...

  • Der Ersatzneubau des Funktionsgebäudes samt der Sportgaststätte „Seilerweisen“ zieht sich hin. Die Anlage kann seit dem Hochwasser 2013 nicht mehr vollumfänglich genutzt werden. Baubeginn ist das erste Quartal 2017. Foto: Marco Papritz

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  • Durch das Hochwasser vor drei Jahren haben sich Tonnen von Schlamm im Adolf-Mittag-See angesammelt. Der Zustand des Gewässers ist gefährdet, es muss ausgebaggert werden. Foto: Marco Papritz

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  • Aufgrund des niedrigen Wasserstandes kann die Taube Elbe vom Adolf-Mittag-See aus nicht mit Booten befahren werden.  Foto: Marco Papritz

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  • Arbeiter sind auch im und am Bootshaus des Post SV im Gange. Foto: Marco Papritz

    Arbeiter sind auch im und am Bootshaus des Post SV im Gange. Foto: Marco Papritz

  • Verfallsobjekt Hyparschale: Eine Unternehmerin will sich dem Baudenkmal annehmen. Zuletzt gab es Unklarheit mit der Stadt über Fristen zur Vorlage von Umsetzungs- und Finanzierungskonzepten. Foto: Marco Papritz

    Verfallsobjekt Hyparschale: Eine Unternehmerin will sich dem Baudenkmal annehmen. Zuletzt gab es ...

  • Die Laaß- und Graalsbrücke an der Tauben Elbe im südlichen Teil des Parks werden in zwei Bauphasen instandgesetzt. Voraussichtlich Ende des Monats werden sie freigegeben. Foto: Marco Papritz

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  • Das Haus der Athleten ist bereits entkernt und für den Abriss freigegeben, um Platz für einen Neubau zu machen. Foto: Marco Papritz

    Das Haus der Athleten ist bereits entkernt und für den Abriss freigegeben, um Platz für...

Bis Ende des Jahres sollen das Bootshaus des „Schweizer Hauses“ sowie die Vereinsstätten des Magdeburger Ruderclubs und Postsportvereins am Seilerweg saniert sein. Doch ein Ende der Baustelle Stadtpark ist noch nicht in Sicht. Die Bootshäuser des Magdeburger Seglervereins und des Wassersportvereins Lok müssen noch saniert werden. Der Baubeginn ist für Ende des Jahres anvisiert worden.

Brückenanlagen von 1898

Der Eigenbetrieb Stadtgarten und Friedhöfe Magdeburg (SFM) setzt derzeit auch die Brückenanlagen im Stadtpark instand. Seit Beginn der Bauarbeiten sind die Laaßbrücke als Überführung zwischen Niemeyerweg und Seilerweg an der Südspitze und die Graalsbrücke als Verbindung zwischen Reimarusweg und Seilerweg auf Höhe des Magdeburger Wasserfalls für Radfahrer und Fußgänger gesperrt. Beide Brücken stammen aus dem Jahr 1898.

Durch das Hochwasser 2013 wurden sie stark in Mitleidenschaft gezogen. Nun werden sie durch den Eigenbetrieb mit kommunalen Fördermitteln zur Beseitigung von Hochwasserschäden in Höhe von rund 185.000 Euro saniert. „Die Bauarbeiten werden voraussichtlich bis Ende September abgeschlossen sein“, berichtet Kerstin Kinszorra.

Welche Folgen das Hochwasser für Flora und Fauna im Stadtpark hat, bleibt indes ungewiss. Spätfolgen am Baum- und Gehölzbestand können auch noch nach Jahren auftreten. Fest steht: Der Adolf-Mittag-See muss ausgebaggert werden. Durch das Hochwasser 2013 haben sich etwa 24 Tonnen Schlamm angesammelt. Die Arbeiten sollen im Herbst 2017 beginnen und im Frühjahr 2018 beendet werden.

Konzept liegt auf Eis

Bereits um 1871 beschloss die Stadt Magdeburg die Einrichtung eines Parks auf der Werderinsel. Für die weitere Entwicklung des Rotehornparkes hat die Stadtverwaltung im vergangenen Jahr einen Rahmenplan vorgelegt.

Autos raus, Aufenthaltsqualität rein – so lässt sich das Planungsziel für die grüne Insel zwischen Strom- und Alter Elbe auf den Punkt bringen. Vorgesehen ist dabei auch der Abriss der Jägerhütte. Der städtebauliche Rahmenplan setzt markante Schwerpunkte für die Zukunft des Stadtparkes. Die Fachausschüsse des Stadtrates zeigten sich höchst unzufrieden mit dem von der Verwaltung vorgelegten Papier. Daher liegt der Entwicklungsplan derzeit auf Eis.