500 Exemplare des Kalenders gedruckt

Der Jahreskalender 2017 des Fördervereins Magdeburger Dommuseum wurde in einer Auflage von 500 Stück gedruckt. Erhältlich ist er unter anderem an der Information im Magdeburger Dom für Spenden ab fünf Euro. Das Geld fließt in die Projekte des Vereins. (ri)

Magdeburg l Für die vergangenen beiden Jahre hat der Förderverein Dommuseum Magdeburg Wandkalender herausgegeben. Mit den Spenden, die für die Kalender gesammelt werden, sollen Projekte für das Dommuseum finanziert werden. Dieses soll im Oktober 2018 eröffnet werden.

Thomas Nawrath ist erster Vorsitzender des Fördervereins und stellt den neuen Kalender für 2017 vor. Er sagt: „Wir haben wie vor zwei Jahren wieder das A4-Format gewählt.“ Neu gegenüber den vergangenen Ausgaben: Es werden nicht mehr allein ungewohnte Ansichten aus dem Magdeburger Dom gezeigt.

Bilder aus dem Dom

Vielmehr geht es jetzt auch um die Archäologie im Dom. „Das bedeutet, dass wir Bilder aus dem Dom zeigen, aber eben auch Eindrücke von der jüngsten Grabung im Dom oder von den archäologischen Funden.“ Die Bilder stammen vom Vorsitzenden des Fördervereins, von Claudia Hartung und von Tobias Krull.

Bilder

Dabei werden den Monaten nach Möglichkeit die passenden Aufnahmen zugeordnet. Beispielsweise wird der Sarkophag Edithas im Januar gezeigt. Thomas Nawrath erläutert: „Die Königin ist in diesem Jahr vor 1070 Jahren gestorben – und zwar am 29. Januar 946.“ Ebenfalls im Kalender abgebildet ist ein Teil des Bleisargs, in dem die Gebeine der Königin bei Ausgrabungen vor einigen Jahren entdeckt wurden.

Putzkolonne grüßt aus Domkalender

Neben den weit in der Vergangenheit liegenden Artefakten im Kalender zeigt er auch neuere Zeugnisse der Menschen in dem Gebäude. Im April 1952 hatten Handwerker weit oben über dem Kirchenschiff an einem Stein einen Schriftzug hinterlassen: Die „Putzkolonne“, bestehend aus Otto Trompter, Edmund Kohle, Willy Hüppuff, Hellmut Theuerkauf, Heinz Naabe und Erich Klingenstein, hatte sich hier am 3. April 1952 verewigt. Sie schrieben auch „Es war eine teure Zeit. Die Margarine kostet das Pfund sechs Mark, die Flasche Bier 70 Pfennig.“

Zu sehen gibt es unter anderem auch eine Form der Wiederverwendung von Baumaterial aus dem Hochmittelalter: Untersuchungen haben gezeigt, dass glasierte Dachziegel, die für den Bau eines Fußbodens wiederverwertet wurden, aus dem 10. Jahrhundert stammen.

Rätsel um Inschrift

Auf einer Seite über den Förderverein gibt es ein Rätsel. „Dabei handelt es sich um eine Frage, deren Antwort wir selber noch nicht kennen“, sagt Thomas Nawrath. Zu sehen ist ein goldener Fingerring, in den auf die Innenseite die Inschrift „G.G.G.L.F.V.E.D.H.D.H.D.“ graviert ist. „Wir haben keine Ahnung, was das bedeuten könnte. Im Mittelalter war es zwar üblich, dass viele lateinische Wörter und Wendungen abgekürzt wurden. Doch diese ist uns nicht bekannt.“

Und was soll mit den Spenden, die vom Förderverein für das Museum unter anderem mit dem neuen Kalender eingeworben werden, geschehen? Der Vorstand des Fördervereins hatte inzwischen ein Gespräch mit dem Kulturbeigeordneten Matthias Puhle und mit der Chefin des Kulturhistorischen Museums Gabriele Köster. Ziel ist es, dass mit den Spendengeldern einzelne Projekte finanziert werden. Beispielsweise die Restaurierung eines besonderen Stücks.

Thomas Nawrath sagt: „Das muss alles mit dem Leiter des Landesamts für Archäologie, mit Harald Meller, abgestimmt werden. Aber ich rechne damit, dass wir in den kommenden Monaten über die konkreten Projekte informieren können.“ Dem ersten Vorsitzenden des Fördervereins schwebt dabei vor, dass der Verein für Objekte in unterschiedlichen Preisstufen sammelt. Er sagt: „Das hätte den Vorteil, dass man vielleicht für ein kleineres Vorhaben auch einen Einzelspender gewinnen kann, der dann die gesamten Kosten übernimmt.“ Zudem bestünde dann die Möglichkeit, dass die Spender gezielt sich Vorhaben heraussuchen können, die ihnen besonders am Herzen liegen.

Menschen sehr aufgeschlossen

Seit Gründung des Fördervereins im März 2014 haben die Vereinsmitglieder gute Erfahrungen in den Gesprächen mit den Menschen gesammelt. Thomas Nawrath erläutert: „Die Menschen sind sehr aufgeschlossen und sehr interessiert.“ Das zeige sich beispielsweise bei Veranstaltungen wie dem Kaiser-Otto-Fest, wenn der Verein mit einem eigenen Stand mit von der Partie ist und stets einen neuerlichen Beitrag fürs Spendenkonto mitbringe.

Thomas Nawrath berichtet: „Interessant ist es daneben aber auch, mit den Menschen von auswärts ins Gespräch zu kommen, denen der Magdeburger Dom vielleicht ein Begriff ist, die mit dessen Bedeutung und mit seinen Besonderheiten nicht sonderlich vertraut sind.“ Als eine Art Eisbrecher habe sich dabei das Archäologie-Spiel erwiesen, bei dem die Kinder nach versteckten Schätzen in einer Sandkiste suchen können, während die Erwachsenen miteinander sprechen.

Neben dem Einwerben der Spenden sieht der Verein als eine der Aufgaben, in den kommenden Monaten einen Beitrag zu leisten, dass das neue Museum in der Stadt Gesprächsthema ist und die Spannung auf die Eröffnung im Herbst 2018 weiter gesteigert wird.