Blick in den weiteren Fahrplan für den Bau

Bevor unter der Tunneldecke das Erdreich in bis zu sechs Meter Tiefe ausgehoben und die Technik und die Fahrbahn eingebaut werden können, muss die rund 60 Zentimeter dicke Spannbetondecke fertig sein. Die Südseite der Tunneldecke, die sich über der stadteinwärtigen Fahrbahn befindet, soll im Herbst dieses Jahres fertig sein. Im Sommer 2018 soll die Decke über der Nordfahrbahn auf der gesamten Strecke komplett sein.

Die Straßenbahnen sollen Ende 2018 wieder auf der Strecke rollen – dann auf der neuen Decke auf dem endgültigen Gleis. Nach Möglichkeit sollen dann zumindest die Fußgänger und die Radfahrer die Baustelle auch wieder passieren können.

Für die Fertigstellung des Tunnels gilt nach wie vor Ende 2019 als Termin. (ri)

Magdeburg l Für den Stadtrat sind zurzeit Kostensteigerungen beim Tunnelbau allein um 11,5 Millionen Euro für dieses Jahr Thema. Grund ist u. a., dass ein Zeitverzug wegen Neuplanungen an Betonpfählen aufgeholt werden muss. Bei einem Rundgang mit Baudezernent Dieter Scheidemann, Tiefbauamtsleiter Thorsten Gebhardt, Bauoberleiter Jörg Titel und Projekt­ingenieur Jan Möller machten sich jetzt die Stadträte Thomas Brestrich (CDU) und Alfred Westphal (Bündnis 90/Die Grünen) sowie Heide Grosche, Chefin des Magdeburger Stadtplanungsamtes, ein Bild von der Situation auf der Baustelle. Thomas Brestrich sagt: „Erst wenn man vor Ort ist, spürt man, wie viel hier eigentlich passiert.“

Und zwar an allen Ecken und Enden passiert hier etwas. Jan Möller erläutert beispielsweise bei einem Zwischenstopp an der Einmündung der Bahnhofstraße auf die Ernst-Reuter-Allee die Arbeiten an dieser Stelle: „Hier ist zum einen schon gut die künftige Zufahrt zum City Carré zu erkennen.“ Entlang der Ernst-Reuter-Allee in Richtung Brandenburger Straße ist die sogenannte Sauberkeitsschicht zu sehen. „Unter der künftigen Decke wird bereits die Wasserhaltung vorbereitet“, berichtet Jan Möller.

Die wird zwar jetzt noch nicht gebraucht. Wenn aber die Tunneldecke einmal fertig ist und das Erdreich unter der Decke zwischen den Seitenwänden mit Radladern herausgeholt wird, sorgt sie dafür, dass kein Grundwasser immer wieder Erdreich nachspült und dass die Arbeiter im Trockenen arbeiten können. Jörg Titel sagt: „Diese Arbeiten unter der Fahrbahndecke werden eine Herausforderung. Wie im Bergbau wird dann eine Bewetterung benötigt, damit Staub und Abgase abziehen können.“

Tour über Magdeburger Tunnelbaustelle

Magdeburg (ri) l An allen Ecken und Enden der Magdeburger Tunnelbaustelle laufen die Arbeiten. Die Volksstimme hat das Großbauvorhaben besucht.

  • Rundgang über die Tunnelbaustelle in Magdeburg. Foto: Martin Rieß

    Rundgang über die Tunnelbaustelle in Magdeburg. Foto: Martin Rieß

  • Rundgang über die Tunnelbaustelle in Magdeburg. Foto: Martin Rieß

    Rundgang über die Tunnelbaustelle in Magdeburg. Foto: Martin Rieß

  • Hier entstehen die Aufgänge zu den Bahnsteigen 7 und 8. Foto: Martin Rieß

    Hier entstehen die Aufgänge zu den Bahnsteigen 7 und 8. Foto: Martin Rieß

  • Der Rest von Bahnsteig 6 vom kölner Platz aus gesehen.

    Der Rest von Bahnsteig 6 vom kölner Platz aus gesehen.

  • Rundgang über die Tunnelbaustelle in Magdeburg. Foto: Martin Rieß

    Rundgang über die Tunnelbaustelle in Magdeburg. Foto: Martin Rieß

  • Rundgang über die Tunnelbaustelle in Magdeburg. Foto: Martin Rieß

    Rundgang über die Tunnelbaustelle in Magdeburg. Foto: Martin Rieß

  • Große Mengen an Erde wurden im Bereich der früheren Bahnpost bewegt. Foto: Martin Rieß

    Große Mengen an Erde wurden im Bereich der früheren Bahnpost bewegt. Foto: Martin Rie&#...

  • Rundgang über die Tunnelbaustelle in Magdeburg. Foto: Martin Rieß

    Rundgang über die Tunnelbaustelle in Magdeburg. Foto: Martin Rieß

  • Rundgang über die Tunnelbaustelle in Magdeburg. Foto: Martin Rieß

    Rundgang über die Tunnelbaustelle in Magdeburg. Foto: Martin Rieß

  • Rundgang über die Tunnelbaustelle in Magdeburg. Foto: Martin Rieß

    Rundgang über die Tunnelbaustelle in Magdeburg. Foto: Martin Rieß

  • Blick über den Damaschkeplatz. Foto: Martin Rieß

    Blick über den Damaschkeplatz. Foto: Martin Rieß

  • Rundgang über die Tunnelbaustelle in Magdeburg. Foto: Martin Rieß

    Rundgang über die Tunnelbaustelle in Magdeburg. Foto: Martin Rieß

  • Arbeiten an der Stützmauer neben Bahnsteig 1. Foto: Martin Rieß

    Arbeiten an der Stützmauer neben Bahnsteig 1. Foto: Martin Rieß

  • Rundgang über die Tunnelbaustelle in Magdeburg. Foto: Martin Rieß

    Rundgang über die Tunnelbaustelle in Magdeburg. Foto: Martin Rieß

  • Rundgang über die Tunnelbaustelle in Magdeburg. Foto: Martin Rieß

    Rundgang über die Tunnelbaustelle in Magdeburg. Foto: Martin Rieß

  • Rundgang über die Tunnelbaustelle in Magdeburg. Foto: Martin Rieß

    Rundgang über die Tunnelbaustelle in Magdeburg. Foto: Martin Rieß

  • Künftige Ein- und Aussfahrt am City Carré. Foto: Martin Rieß

    Künftige Ein- und Aussfahrt am City Carré. Foto: Martin Rieß

  • Rundgang über die Tunnelbaustelle in Magdeburg. Foto: Martin Rieß

    Rundgang über die Tunnelbaustelle in Magdeburg. Foto: Martin Rieß

  • Betonverkleidung in Sandsteinoptik. Foto: Martin Rieß

    Betonverkleidung in Sandsteinoptik. Foto: Martin Rieß

  • Vorbereitung der Betonpfähle auf den Anschluss der nächsten Bauteile. Foto: Martin Rieß

    Vorbereitung der Betonpfähle auf den Anschluss der nächsten Bauteile. Foto: Martin Rie&...

  • Vorbereitung der Betonpfähle auf den Anschluss der nächsten Bauteile. Foto: Martin Rieß

    Vorbereitung der Betonpfähle auf den Anschluss der nächsten Bauteile. Foto: Martin Rie&...

  • Rundgang über die Tunnelbaustelle in Magdeburg. Foto: Martin Rieß

    Rundgang über die Tunnelbaustelle in Magdeburg. Foto: Martin Rieß

  • Rohre der Wasserhaltung, über die das abgepumpte Wasser in die Künette gepumpt wird. Foto: Martin Rieß

    Rohre der Wasserhaltung, über die das abgepumpte Wasser in die Künette gepumpt wird. Fo...

  • Blick auf den Tunnelbau von der Maybachstraße zur gesperrten Ringauffahrt aus Richtung Innenstadt in Richtung Norden. Foto: Martin Rieß

    Blick auf den Tunnelbau von der Maybachstraße zur gesperrten Ringauffahrt aus Richtung Innen...

  • Blick in den künftigen Betriebsraum für den Tunnel. Foto: Martin Rieß

    Blick in den künftigen Betriebsraum für den Tunnel. Foto: Martin Rieß

  • Blick in den neuen Betriebsraum. Foto: Martin Rieß

    Blick in den neuen Betriebsraum. Foto: Martin Rieß

  • Auf dem Kölner Platz laufen arbeiten an der Rampe. Foto: Martin Rieß

    Auf dem Kölner Platz laufen arbeiten an der Rampe. Foto: Martin Rieß

  • Ein Schadensfall muss am Düker im Bereich der Einmündung der Bahnhofstraße in die Ernst-Reuter-Allee beseitigt werden. Foto: Martin Rieß

    Ein Schadensfall muss am Düker im Bereich der Einmündung der Bahnhofstraße in die ...


Für den Fall des Feuers

Außerdem sind besondere Sicherheitsvorkehrungen zu treffen. Beispielsweise muss mit der Feuerwehr genau geklärt sein, wie diese im Fall einer Havarie oder eines Brands an den Einsatzort gelangen kann.

Ein Missgeschick ist derweil an der Einmündung der Bahnhofstraße passiert: Dort wurde versehentlich der Düker angebohrt. Durch dieses Rohr soll Regenwasser unter der Straße hindurchgedrückt werden. Ein Loch würde da erheblich stören. „Das ist ein Versicherungsfall zwischen der Baufirma und den Städtischen Werken“, berichtet Jan Möller.

Ein paar Schritte weiter der Kölner Platz. Der ist kaum wiederzuerkennen. Am Boden ist das metallische Innenleben der Stahlbetonplatte montiert, die künftig als Rampe genutzt wird. Oben sind Reste von Bahnsteig 6 an der Stelle zu sehen, wo die Brücken abgerissen wurden. Zwischen den Gleisen 7 und 8 nimmt der Aufgang Formen an. „Das wird eine lebendige und sehenswerte Stelle der Stadt“, ist Jörg Titel überzeugt. Sicher hänge aber auch sehr viel davon ab, wie der Kölner Platz weiter ausgestaltet werde.

Technisches Interesse von vielen Seiten

Grünen-Stadtrat Alfred Westphal – lange Jahre im Brückenbau tätig und damit ein Mann vom Fach – macht aus seinen grundsätzlichen Zweifeln am Nutzen des Vorhabens dennoch keinen Hehl: „Ich sehe eine Reihe weiterer Kosten auf uns zukommen.“ Zum Beispiel dann, wenn die Autofahrer bei einem Rückstau von der Kreuung Otto-von-Guericke-Straße/Ernst-Reuter-Allee unter Atemnot leiden und im Nachhinein eine teure Entlüftungsanlage installiert werden muss. „Nichtsdestotrotz ist der Tunnelbau ein technisch außerordentlich interessantes Bauvorhaben“, sagt der bündnisgrüne Stadtrat.

Das hat sich inzwischen in Deutschland herumgesprochen. Immer wieder gibt es Anfragen von Ingenieursvereinigungen oder Fachstudiengängen, ob Rundgänge möglich sind. Sofern es sich um Fachgruppen handelt, wird dies möglich gemacht. Aufgrund der Gefahren auf einer Baustelle und der personellen Situation ist eine echte touristische Vermarktung aber nicht denkbar.

In Sachen Personal läuft übrigens derzeit das Ausschreibungsverfahren für die Stelle des städtischen Projektleiters. Nach Volksstimme­-Informationen hat es eine Reihe von Bewerbungen gegeben. Letztendlich muss der zuständige Ausschuss des Stadtrats in den kommenden Wochen entscheiden.