Magdeburg l Beete anlegen, Unkraut jäten, Obst und Gemüse ernten, Blümchen gießen – mit der Natur auf Du und Du ... Die Magdeburger Tagesmuttis Cathleen Bandtke und Paulina Hammer hatten sich die Idee für ihre Natur-Kindertagespflege „Löwenzahn und Pusteblume“ in Magdeburg-Buckau in den grünsten Farben ausgemalt.

Da traf es sich gut, dass Cathleen Bandtke unweit schon seit Jahren privat einen Kleingarten im „Grünen Eck“ an der Karl-Schmidt-Straße gepachtet hat. Ideal, um mit den maximal zehn Mädchen und Jungen – jede Tagesmutti darf bis zu fünf Kinder betreuen – regelmäßige Abstecher ins Grüne einzuplanen und nebenbei vielleicht den einen oder anderen Kleingärtner von morgen heranzuziehen.

Kritik von Gartenfreunden

In der Sparte kam das aber ganz und gar nicht bei allen Gartenfreunden gut an. Im Gegenteil. Im April 2017 beschlossen die versammelten Mitglieder: Mit der Gartennutzung durch die Natur-Tagesmütter soll ein für alle Mal Schluss sein. Offiziell wurden den beiden eine unzulässige gewerbliche Nutzung vorgeworfen. Unter der Hand kursierten allerhand Vorwürfe und Gerüchte. Der Ärger schaukelte sich immer weiter hoch. Schließlich wurde die Nutzung vom Verein offiziell untersagt. „Dabei hatten wir im Verein immer mit offenen Karten gespielt“, wunderten sich die Tagesmuttis.

Nachdem die Volksstimme über den Fall berichtete, kam nun aber doch noch einmal Bewegung in die Sache. „Wir wurden vom Vorstand überraschend zu einem Treffen eingeladen. Dort konnten wir alles noch einmal ganz genau darlegen und vor allem alle Vorwürfe stichhaltig entkräften. Auch die angebliche gewerbliche Nutzung konnten wir widerlegen. Wir bauen schließlich nur Obst und Gemüse für den Eigenbedarf an“, sagt Cathleen Bandtke.

Einhalten der Mittagsruhe

„Die Vorsitzende vom Stadtverband der Gartenfreunde vermittelte dabei und gab wichtige Hinweise. So haben wir jetzt die Nutzungsbedingungen im Detail schriftlich und für alle transparent festgehalten“, so die Buckauer Tagesmutti weiter. Heißt konkret u. a.: Gartenbesuche mit den Kindern nur zwischen 9 und 12 Uhr und Einhalten der Mittagsruhe. Das Wichtigste: „Es wird ab sofort miteinander statt übereinander geredet. Nach der diesjährigen Saison werden wir uns wieder zusammensetzen, auswerten, wie es gelaufen ist und wie es weitergeht“, erklärt Cathleen Bandtke: „Wir sind damit erst einmal überglücklich.“

Die entsprechende Vereinbarung sei nun am Wochenende unterschrieben worden. Und im Schaukasten des Vereines seien die übrigen Vereinsmitglieder auch mit einem Aushang über die Empfehlungen des Gartenverbandes informiert, die in den Vertrag Eingang gefunden hätten.

Nicht nur die Tagesmütter, sondern vor allem „ihre“ Kinder aus der Tagespflege, die das Gärtchen im „Grünen Eck“ schon vermisst hatten, freuen sich. Seit voriger Woche seien sie wieder regelmäßig im Garten.