Magdeburg l Der Patient ist auf dem Weg der Besserung. So lässt sich der gegenwärtige Stand der Fassadensanierung an der Sankt-Ambrosius-Kirche zusammenfassen. Der Fassade des in den 1870er Jahren erbauten Gotteshauses ist sein Gestein zum Verhängnis geworden. Sie besteht aus Rogensteinen.

Der seltene Naturstein reagiert extrem auf Witterung und Kohlenstoffdioxid des Fahrzeugverkehrs, der auf der Halberstädter Straße die Kirche passiert. Dadurch sind chemische Prozesse auf der Oberfläche in Gang gesetzt worden, die zu einer Steinkorrosion führten. Es haben sich sogenannte Hartschalen gebildet, unter denen ein Zersetzungsprozess des Steins läuft.

Seit März 2017 wird in einem ersten Bauabschnitt an der Nord-Ost-Seite daran gearbeitet, Stein für Stein zu sanieren. Dabei werden die Steine nicht eins zu eins ersetzt. Es werden sogenannte Antragungen vorgenommen, so Architektin Sina Stiebler. Das heißt, dass Steinmetze Restauriermörtel verwenden, um die Fehlstellen am historischen Bauwerk auszubessern. An Eckbereichen werden Vierungen (Ersatzstücke) angebracht. Mit Hilfe von Verfugungen wird ein geschlossenes Bild erzielt, das sich dem Betrachter beim Blick auf die Kirche bietet.

Die Arbeiten liegen laut Sina Stiebler im Zeitplan. Der erste Bauabschnitt zur Instandsetzung der bröckelnden Außenhülle soll bis September/Oktober 2017 fertiggestellt sein.