Magdeburg l „Unfallgefahr!“, schrieb Volksstimme-Leser Hans-Werner Brietenhagen vor einigen Tagen an die Redaktion und sandte ein Foto der gefährlichen Situation mit. „Die Abdeckung vom ehemaligen Bunker im Stadtpark neben dem Kinderspielplatz fehlt“, erklärte er weiter. Eine viereckige Öffnung in einem Betonbauwerk ist zu sehen, sie könnte zur Falle für spielende Kinder werden. Das war am Wochenende nach Himmelfahrt, womöglich hatten sich ein paar trinkfeste Herren einen Spaß gemacht.

Weil Spielplätze in dessen Zuständigkeit fallen, wird der Stadtgartenbetrieb über den fehlenden Deckel informiert. Der reagiert auch gleich und verschließt die Öffnung am nächsten Tag. Doch wofür diese überhaupt dient, dass weiß dort niemand. „Wir hatten die Anlage beim Bau des Spielplatzes auch entdeckt, konnten aber nichts darüber herausfinden“, sagt eine Mitarbeiterin.

Auch in den übrigen Abteilungen der Stadtverwaltung ist die Betonröhre mit den zwei Öffnungen gänzlich unbekannt, wie Stadtsprecherin Kerstin Kinszorra nach mehrtägiger Recherche mitteilt. Einzig das Stadtarchiv habe eine Antwort gesandt. „Einen konkreten Hinweis auf die Bebauung konnten die Kollegen leider nicht finden“, erklärt sie. Dabei wurden bei der Recherche u. a. zahlreiche Karten und Pläne des Stadtparks aus verschiedenen Zeiten ausgewertet. „Zu berücksichtigen ist, dass das fragliche Gelände seit 1927 mit den Ausstellungshallen bebaut war, die erst nach 1945 wieder abgerissen wurden“, sagt sie und gibt damit einen möglichen Hinweis auf die ursprüngliche Herkunft.

Bezug zur Theaterausstellung?

Weil die Anlage nach einem Kanal aussieht, erhält auch Cornelia Kolberg, Sprecherin der Städtischen Werke Magdeburg (SWM), eine Anfrage. Doch auch dort kann niemand etwas mit dem Bauwerk anfangen. Jedoch gibt es ebenfalls Vermutungen, dass es etwas mit der Theaterausstellung zu tun haben könnte.

Jetzt sind Sie, liebe Leser, gefragt. Wer weiß, was es mit der „Bunker“-Anlage am Spielplatz im Stadtpark auf sich hat? Rufen Sie uns an unter Tel. 599 95 47 oder schreiben sie eine E-Mail an stefan.harter@volksstimme.de.