Magdeburg l Eine neue Tafel mit Informationen, frisch gemähter Rasen, das Beet vor dem Gelände, auf dem in Kürze die Frühblüher gegen eine Sommerbepflanzung getauscht wird: Das Gelände der Düppler Mühle entwickelt sich. Und es ist, wie Rolf Weske als Vorsitzender des Fördervereins zum Wiederaufbau des alten Gemäuers berichtet, eine Art Ruhe vor dem Sturm.

Denn nach dem Deutschen Mühlentag am Pfingstmontag, 5. Juni, an dem sich die Düppler Mühle wie in den vergangenen Jahren mit einem umfangreichen Programm beteiligt, stehen die nächsten Bauarbeiten an. Zum einen sollen die Container mit Holz verkleidet werden. Und unterstützt von PV Betonfertigteilwerke in Colbitz und der Berthold Gehder Baugesellschaft aus Magdeburg soll dann ein Revisionsschacht aus vier Segmenten und einem Deckel den Zugang zu einem Wasseranschluss ermöglichen. Bereits installiert ist ein Stromanschluss. Gerd Nold, der den Verein ebenfalls unterstützt, sagt: „Damit werden die Grundlagen für den Beginn des Wiederaufbaus gelegt.“ CDU-Stadtrat Gerhard Häusler zeigt die Perspektive auf: „Ich hoffe, dass wir noch in der Junisitzung die Fördermittel freigeben können.“ Es geht um rund 340.000 Euro, die aus dem Förderprogramm für den Denkmalschutz in die Sicherung und den Wiederaufbau der historischen Mühle fließen können. Zunächst geht es um einen Ringanker, um das Gemäuer zu stabilisieren, und um ein Dach.

Die Ideen stehen

Rolf Weske berichtet: „Die Ideen sind durch Erhard Jahn, dem Präsidenten der Deutschen Gesellschaft für Mühlenkunde, schon sehr genau zu Papier gebracht worden.“ Von Vorteil für die Olvenstedter: Jahn ist nicht allein als Ingenieur ein Mann vom Fach, er lebt in Wolmirstedt und engagiert sich aufgrund der räumlichen Nähe zum Magdeburger Stadtteil als Mitglied aktiv im Verein.

Auf jeden Fall soll der Wiederaufbau nach Jahren der Vorbereitungen und der ersten Sicherung jetzt zügig vorangetrieben werden. Rolf Weske gibt sich optimistisch, dass mit der funktionierenden Mühle ein weiteres Aushängeschild für Bauwerke der Magdeburger Technikgeschichte entsteht. Bernd Niemeyer packt als Vereinsmitglied ebenfalls bei der Pflege des Geländes mit an und sagt: „Bei uns wird das historische Handwerk des Kornmahlens erlebbar sein. Und dabei verzichten wir bewusst auf einen Elektromotor, um die Technik zu demonstrieren. Es soll deutlich werden: Korn gemahlen werden konnte eben nur, wenn genug Wind war.“

Der Vereinsvorsitzende möchte nach dem Wiederaufbau das Denkmal auf der europäischen Via Molina etablieren und damit weit über die Grenzen der Stadt Aufmerksamkeit erzielen. Neben den Bauarbeiten stehen im Verein Vorstandswahlen an. Rolf Weske: „Wir müssen nachwählen und sind insgesamt gut aufgestellt. Nur an Jüngeren fehlt es ein wenig. Das ist schade, denn wir bauen dies alles ja für die nachfolgenden Generationen wieder auf.“

Mehr zum Verein: www.dueppler-muehle.de