Ausbauprogramm bis 2018

Noch 2017 will die Stadt befristet bis 2022 zwei bestehende Objekte zu Kindergärten für Drei- bis Siebenjährige umnutzen: Bruno-Beye-Ring (75 Plätze), Birkenweiler (56).

2017/18 sollen in Magdeburg 12 neue Tagespflegestellen zur Betreuung von insgesamt 60 Kleinkindern (0 bis 3 Jahre) geschaffen werden.

2017/18 sollen freie Kita-Träger mit städtischem Einverständnis (Ratsbeschluss im April geplant) folgende Neu-/Ausbauvorhaben stemmen:

Europaring, Kita-Neubau, Stadtmission e. V. (75 Plätze),

Johannes-R.-Becher-Straße, Kita-Neubau, Sozialwerk „Pfingstgemeinde Vaters Haus“ e. V. (59),

Max-Otten-Straße, Anbau, Internationaler Bund gGmbH (23),

Walbecker Straße, Anbau, Johanniter-Unfall-Hilfe e. v. (23),

Schönebecker Straße, Anbau,

Kitawo gGmbH (24).

Bis Herbst 2018 errichtet die Stadt vier Kita-Neubauten: Olvenstedter Grund (118 Plätze),

Große Steinernetischstr. (147),

Herrenkrugstraße (162),

Alt Salbke (130).

Magdeburg l Erst im Februar hat der Stadtrat Magdeburg einen Ad-hoc-Plan zur kurzfristigen Schaffung neuer Kita-Plätze verabschiedet. Befristet bis 2022, will die Stadt so schnell wie möglich zwei bestehende Gebäude in Olvenstedt und Birkenweiler zu Kitas umbauen und so insgesamt 131 neue Kindergartenplätze für Drei- bis Siebenjährige schaffen. Die Einrichtungen sollen noch 2017 eröffnen; der konkrete Termin steht noch nicht fest.

Tagespflgegestellen eingeplant

Zur Aprilsitzung legt die Stadtverwaltung den Räten einen weiteren Plan zum „schnellstmöglichen“ Ausbau der Kita-Kapazitäten 2017/18 vor. Entstehen sollen demnach Betreuungsplätze für weitere 264 Kinder – 204 in Neu- bzw. Erweiterungsbauten in Regie freier Kita-Träger und 60 in insgesamt 12 neuen Tagespflegestellen.

Die ersten sechs neuen Tagesmütter, die den Schritt in die Selbstständigkeit planen, beenden ihre Qualifizierung an der Oskar-Kämmer-Schule schon am Freitag. Die Stadt will Schützenhilfe bei der Bereitstellung geeigneter Räume leisten, damit sie – zusätzlich zu den 78 bereits aktiven Tagesmütter und -vätern in Magdeburg – schnell an den Start gehen können.

Rein rechnerisch schließt das Paket zur Eilunterbringung von insgesamt 395 Kindern die derzeit offiziell bestehende Kita-Platz-Lücke. Rund 320 Kinder stehen beim Jugendamt auf einer Warteliste. In der Realität wächst der Bedarf wegen anhaltend hoher Geburtenzahlen und Zuwanderung allerdings weiter. Zudem dürften nicht alle Eltern auf Platzsuche im Jugendamt vorstellig werden – ein Dunkelzifferproblem.

Kita-Planung stets knapp berechnet

In der Vergangenheit erwies sich die städtische Kita-Planung jedenfalls stets als zu sehr auf Kante gestrickt. Die drei 2014 eröffneten Kita-Neubauten waren schon vor dem Eröffnungstermin ausgebucht. 2016 eröffnete die Stadt weitere fünf Kita-Neubauten. Sie dienen allerdings bis 2020 als Ausweichobjekte für Häuser in Sanierung, sind also alle belegt.

Um rund 2000 auf 10.600 Kita-Plätze und rund 370 in Tagespflegestellen ist die Betreuungslandschaft seit 2011 gewachsen – die Kapazitätsprobleme sind geblieben und erfahren voraussichtlich erst im Herbst 2018 deutliche Entspannung. Dann sollen vier weitere Kita-Neubauten (557 Plätze) in städtischer Trägerschaft eröffnen.

Kita-Personal im Blickpunkt

Bleibt die Frage: Findet sich genug Personal für die neuen Häuser? Eine Umfrage des Jugendamtes ergab, dass aktuell fünf Kitas in Magdeburg wegen Personalmangels nicht alle Plätze belegen können; zeitweise hatten 2016 sogar acht Einrichtungen dieses Problem.

Als eine Lehre aus der Situation der vergangenen Jahre will die Stadtverwaltung ihre Kita-Kapazitätsplanung der Realität besser anpassen. Allgemeine und nachvollziehbare Praxis in den Kitas ist die befristete Reservierung von Plätzen für Geschwisterkinder und für Kinder, die absehbar mit Vollendung des dritten Lebensjahres von der Krippe in den Kindergarten unterm selben Dach wechseln wollen. Knapp 3.000 Kita-Plätze sind auf diese Weise pro Jahr zeitweise unbelegt, stehen aber de facto nicht der Allgemeinheit zur Verfügung. Die Verwaltung will dem künftig Tribut zollen und eine Platzreserve in entsprechender Größenordnung in die Kita-Planung einarbeiten.