Magdeburg l Seit 1991 hat das Öko-Zentrum und -Institut Magdeburg Sachsen-Anhalt e. V. seinen Vereinssitz auf dem Gelände des ehemaligen Fort IVa an der Harsdorfer Straße. Das Öko-Zentrum oder kurz Özim ist seit vielen Jahren Anlaufstelle für Kinder jeden Alters, um verschiedene Projekte durchzuführen. Gleichzeitig arbeitet die Einrichtung eng mit dem Jobcenter zusammen, dessen Kunden dort Maßnahmen absolvieren können. Nun ist das Özim aber in seinem Fortbestand bedroht.

Grund für die Probleme sind die Vermietungen der Räume an Dritte. Diese sind eine der Haupteinnahmequellen für den Verein, um die laufenden Betriebs- und Reparaturkosten für das alte Festungsgemäuer bezahlen zu können. Seitdem direkt neben dem Özim auf dem Gelände des ehemaligen Guericke-Gymnasiums eine Eigenheimsiedlung entstanden ist, sind sie aber auch Ursache für Anwohnerärger.

Vermietungen begrenzt

Weil manche der Mieter aus Sicht einiger Hausbesitzer zu laut und zu lang feierten, wurden vonseiten der Stadt, Eigentümerin des Geländes, die Bedingungen für Fremdveranstaltungen immer mehr verschärft. Seit Anfang des Jahres dürfen nunmehr sonn- und feiertags sowie an den anderen Tagen von 22 bis 7 Uhr keine Vermietungen angenommen werden.

Erste Absagen

Für das Özim nicht auf Dauer händelbar, sagt Leiter Frank Friedrich. Es gab seitdem schon Leute, die deshalb einen Rückzieher gemacht haben, erklärt er. Welche Feier endet denn schon um 22 Uhr? Auch sonntägliche Tauffeiern kann es künftig nicht mehr geben. Dass die Einrichtung gefragt ist, zeigt ein Blick in den Kalender. Bis ins kommende Jahr sind schon Termine eingetragen. Weil sie teilweise vor den neuen Bedingungen verabredet wurden, sollen sie auch nicht darunter fallen, habe man ihm zugesichert, so Friedrich.

Der Stadtverwaltung ist die schwierige Situation für das Öko-Zentrum durchaus bewusst, wie der Ordnungsbeigeordnete Holger Platz auf eine Anfrage von Linken-Stadtrat Oliver Müller mitteilt. „Durch Untersagung der Überlassungen an Dritte werden auf den Verein einschneidende finanzielle Verluste zukommen“, räumt er ein. Unter Berücksichtigung der Erfolge des Özim in verschiedenen Bereichen des gesellschaftlichen und kulturellen Miteinanders müsse ein Weg gefunden werden, den Verein auch weiterhin zu unterstützen. Insbesondere die nachbarschaftsrechtlichen Streitigkeiten müssten geklärt werden, so Platz.

GWA diskutiert vor Ort

„Eine Einstellung der Tätigkeiten des Vereins vor Ort wäre neben dem erheblichen gesellschaftlichen und kulturellen Verlust auch wirtschaftlich nicht förderlich“, verweist der Beigeordnete auf die Konsequenzen.

Die AG Gemeinwesenarbeit (GWA) Diesdorf/Stadtfeld-West lädt für Mittwochabend zu ihrer Sitzung in das Özim, Harsdorfer Straße 49, ein, um direkt vor Ort über die Probleme zu diskutieren und nach Lösungen zu suchen. Frank Friedrich wird die Arbeit der Einrichtung vorstellen.

Weitere GWA-Themen sind der Zustand der Pappelallee in der Beimssiedlung und barrierefreie Haltestellen auf der Großen Diesdorfer Straße. Das Treffen beginnt um 17 Uhr, alle Interessierten sind eingeladen.