Magdeburg l Geschäftsstraßenmanagerin Franziska Briese staunte am Montag nicht schlecht, als sie zur Arbeit fuhr. Denn auf ihrem Weg ins Büro bemerkte sie immer wieder Markierungen entlang des Weges. Und zwar einige ganz spezielle.

In der Nacht hatten sich Unbekannte die Mühe gemacht, Hundehaufen zu markieren. „Halte deinen Kiez sauber“ stand darauf zu lesen, oder „Akrobatik-Fiffi“ bei einem Kothaufen, der auf einem Holzpfeiler hinterlassen worden war. Wer hinter der Aktion steckt, ist unklar.

Hundekot ist ein Hauptärgernis

Aber Franziska Briese findet sie gut. Denn wie sich in der Vergangenheit gezeigt habe, sei Hundekot eines der Hauptärgernisse in Stadtfeld. „Wir hatten ja im Rahmen des Städtebautages unser Fest auf dem Platz an der Maxim-Gorki-Straße“, berichtet sie.

Die Organisatoren des Festes vom Stadtplanungsamt, dem Geschäftsstraßenmanagement und weiteren Initiativen hatten die Stadtfelder gefragt, was sie in ihrem Kiez ändern würden, wenn sie die Gelegenheit dazu hätten. „Am häufigsten wurde uns da das Thema Hundekot genannt“, berichtet Franziska Briese.

Spender- und Eimermangel in Magdeburg

Ina Radzuweit arbeitet im Café 108 an der Annastraße. „Bei uns vor dem Geschäft haben wir wenig mit Hundekot zu tun“, sagt sie. Die Probleme sieht sie eher auf der anderen Seite der Großen Diesdorfer Straße im Bereich der Goetheanlagen. Und wenn dann Kothaufen auf dem Fußweg liegen, „ist das schon ein Ärgernis“. Ihrer Ansicht nach müsste es mehr Tütenspender für die Hinterlassenschaften der Vierbeiner geben. Am Schellheimerplatz etwa gebe es solche Tüten. Sie selbst sieht aber die Hundehalter in der Pflicht.

Der Spender am Schellheimerplatz ist gesponsert vom SPD-Ortsverein, berichtet Thomas Opp, der sich nicht nur in diesem Verein engagiert, sondern auch Vorsitzender des Bürgervereines und GWA-Sprecher in Stadtfeld ist. „Die Tüten regelmäßig nachzufüllen, ist in unserer Vereinskasse einer der größten Kostenpunkte“, sagt er. „Es kann aber eigentlich nicht sein, dass irgendwelche Vereine oder Initiativen dafür sorgen, dass die Hundehalter Tüten haben“, findet er, „das ist die Aufgabe des Hundebesitzers.“

Das Thema schwelt seit Jahren in Stadtfeld. Aber echte Lösungswege gebe es nicht. Man müsse an die Vernunft der Hundehalter appellieren. Thomas Opp: „Man sieht zwar viele, die die Haufen wegmachen, aber immer wieder eben auch jene, die sie liegen lassen.“ Die aber würden ihr eigenes Umfeld verschmutzen, was Opp nicht verstehen kann. Das gelte genauso für Leute, die ihren Abfall auf die Straße werfen oder Graffiti an Häuserwände schmieren. Insgesamt müsste es mehr Abfalleimer in Stadtfeld geben.

Appell an Magdeburgs Hundebesitzer

Dass es mit der Vernunft bei einigen Hundebesitzern nicht so weit her ist, hat eine Händlerin aus Stadtfeld bereits zu spüren bekommen und will aus diesem Grund auch nicht namentlich genannt werden. „Wenn man sie anspricht, dann kriegt man nur eine dumme Antwort“, sagt sie. Und später dann lägen die Hundehaufen direkt auf ihrem Fußabtreter oder vor dem Eingangsbereich zu ihrem Geschäft. „Darum sage ich öffentlich nichts mehr dazu“, sagt sie, „ich habe mich damit abgefunden, und ich halte den Bereich vor meiner Tür sauber, alles andere interessiert mich nicht mehr.“ Ihrer Ansicht nach müssten die Ordnungsbehörden stärker kontrollieren, um das Problem einzudämmen.

Franziska Briese sagt, jeder, der möchte, könnte die Aufstellung eines Beutelspenders anregen. Auch in den Geschäften könnten Beutel zur Entnahme kostenfrei ausliegen. „Leider tut dies niemand“, bedauert sie. Aber sie ergänzt: „Ich finde auch, dass vor allem die Hundebesitzer selbst aktiv werden könnten und sich für die Aufstellung von mehr Mülleimern einsetzen sollten“, so Briese weiter.

Bei der Abfallberatung können kostenfrei Kotbeutel abgeholt werden. Auch das könnten die Händler tun, sagt Briese. Außerdem gebe es die Möglichkeit, über ein Sponsoring die Beutelspender samt Mülleimer zu erwerben. Mit den zuständigen Ämtern müsse dann allerdings die Montage und die Entleerung abgestimmt werden. Sie arbeite an einer praktikablen Lösung für den Stadtteil, sagt sie. Mit dem Städtischen Abfallwirtschaftsbetrieb steht sie bereits in Kontakt.