Magdeburg l Der Anlass für die Pläne der Stadtverwaltung Magdeburg ist ein trauriger: Anfang Februar 2017 war eine Radfahrerin bei einem Zusammenstoß mit einem Transporter auf der Magistrale tödlich verletzt worden. Um solche Vorfälle künftig zu verhindern, wurden bereits vor gut zwei Wochen im unmittelbaren Bereich des Unfalls, zwischen Gerhart-Hauptmann-Straße und Arndtstraße, auf beiden Seiten Schutzstreifen für Radfahrer gezogen. Diese sollen nun auch auf der gesamten Strecke zwischen Adelheidring und Liebermannstraße markiert werden.

Noch im gleichen Monat hatte der Stadtrat damals die Stadtverwaltung beauftragt, nach schnellen Lösungen für mehr Verkehrssicherheit für Radfahrer zu suchen. Die Betonung lag dabei auf der Kurzfristigkeit, denn auf lange Sicht soll sich die Situation für sie wie auch für Fußgänger verbessern.

Sanierung frühestens 2020

Die Magdeburger Verkehrsbetriebe (MVB) planen, frühestens ab 2020 ihre Gleise auf der Großen Diesdorfer Straße entlang der gesamten Strecke zu sanieren. In diesem Zuge soll auch der gesamte Straßenraum umgestaltet werden. Eine Idee, die dabei eine Rolle spielt, ist es, den Auto- und Straßenbahnverkehr auf eine Spur zu reduzieren, um Fußgängern und Radfahrern mehr Platz zu geben.

Weil das aber bis jetzt nur in der Vorplanungsphase und damit noch Zukunftsmusik ist, sollen die Schutzstreifen nun zunächst ein stückweit Sicherheit geben. Sie dürfen nur bei Bedarf von Autofahrern überfahren werden, Parken ist darauf nicht erlaubt.

Schutzstreifen die beste Methode

Laut der „Empfehlungen für Radverkehrsanlagen“ sei das Radfahren auf der Diesdorfer aufgrund der hohen Verkehrsbelastung nur „bedingt vertretbar“. Entweder eigene Radwege oder wenigstens Schutzsteifen wären deshalb notwendig. Weil aus besagtem Grund ein Radweg erst nach 2020 gebaut werden kann, ist die Markierung eines Streifens aus Sicht der Stadt die beste Methode.

Deren Anbringung ist aber offenbar nicht so einfach, wie Magdeburgs Verkehrsbeigeordneter Dieter Scheidemann in einem Informationspapier erklärt. Haltestellen, Ampelanlagen und Parktaschen erschweren die Planung. Die Umsetzung könne daher nur schrittweise erfolgen.

Bis zu den Sommerferien

Nach dem bereits angelegten Abschnitt sollen als Nächstes zwischen Gerhard-Hauptmann-Straße und Adelheidring sowie zwischen Liebermannstraße und Arndstraße Schutzstreifen in einer Breite von je zwei Meter angelegt werden. Die Schutzstreifen werden in den Zu- und Abfahrten an den Kreuzungen Annastraße, Arndtstraße und Adelheidring auf kurzen Strecken unterbrochen. Nach Volksstimme-Informationen sollen diese Arbeiten, wenn möglich, bis zu den Sommerferien erfolgen.

Am Knoten Adelheidring werden die Markierungen zur Gleisfreimachung nicht entfernt, der Schutzstreifen endet davor. Stadtauswärts beginnt er außerdem erst 50 Meter hinter der Ampel, weil rechtsabbiegende Autos dort auch die Spur wechseln können sollen. Der Knoten Europaring/Große Diesdorfer Straße wird vorerst nicht verändert.

Falls es aufgrund der Änderungen zu Staus an den Ampeln kommt, würde man deren Schaltung gegebenenfalls nachjustieren, so Scheidemann.

Die Große Diesdorfer Straße gehört zu den wichtigsten Straßenverbindungen der Stadt. Vor dem Beginn der Tunnelbaustelle wurden im Abschnitt zwischen Europaring und Adelheidring bei einer Verkehrszählung bis zu 12.000 Autos pro Tag gezählt. Laut Scheidemann dürfte die Zahl derzeit „deutlich“ darunter liegen, aktuelle Zählungen gebe es aber nicht.