Magdeburg l 1147 verletzte Personen, viel mehr Unfälle mit Radfahrern, darunter drei tödlich Verunglückte, und viel öfter Alkohol am Steuer geahndet – so sieht die Unfallstatistik für 2016 aus. Insgesamt gab es 7997 Unfälle auf Magdeburgs Straßen. Mit fast 8000 Unfällen pro Jahr bleiben die Zahlen 2016 auf dem Niveau der Vorjahre. Mit Blick auf das Jahr 2012 waren es sogar 1000 Unfälle weniger. Die aktuelle Unfallstatistik des Magdeburger Polizeireviers im Detail:

938 Verkehrsunfälle mit verletzten Personen gab es 2016. Insgesamt wurden dabei 1147 Menschen verletzt, im Jahr 2015 waren es 1057, davor jedoch 1227 Verletzte im Jahr 2014. Auf Magdeburgs Straßen wurden im letzten Jahr 150 Personen schwer verletzt – neun weniger als im Vorjahr. „Ein recht niedriges Niveau“, ordnet Revierleiter Frank Bendzka ein. Die Zahl der Leichtverletzten ist gestiegen. Waren es 2015 noch 898, sind es im Jahr 2016 997 gewesen. Im Fünfjahresvergleich halten sich die Zahlen die Waage.

Drei Radfahrer verstarben

Drei Menschen wurden 2016 bei Verkehrsunfällen getötet. Im Jahr 2015 waren es sieben getötete Verkehrsopfer, 2014 vier und 2013 starben acht Personen bei einem Verkehrsunfall. Die Verstorbenen im vergangenen Jahr waren alle drei zum Zeitpunkt des Unglücks auf dem Fahrrad unterwegs. Die Opfer waren 61, 67 und 73 Jahre alt. In allen drei Fällen sei die Vorfahrt nicht beachtet und die Unfälle selbst verursacht worden, erinnert der Leitende Kriminaldirektor Frank Bendzka. Zweimal seien die Radfahrer mit einem Pkw zusammengestoßen, einmal mit der Straßenbahn.

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538 Unfälle mit Radfahrern gab es 2016. Erschreckend: Bei 394 dieser Unfälle wurden auch Personen verletzt – da Radfahrer weder durch Airbags oder die Karosserie und in vielen Fällen sogar nicht mal durch einen Fahrradhelm geschützt sind, macht Kriminaldirektor Bendzka deutlich. Mehr als 50 Personen wurden dabei sogar schwer verletzt. Im Vergleich zum Jahr 2015 gab es fast 80 Unfälle mehr mit Radfahrern. Der Leiter des Reviereinsatzdienstes Andreas Pretzlaff dazu: Die Masse der Verkehrsteilnehmer verhalte sich ordnungsgemäß.

Radfahrer als Unfallverursacher

Aber: „Dass die Radfahrer regelkonform unterwegs sind, ist nicht immer der Fall.“ Bei Kontrollen werde immer wieder festgestellt, dass Radfahrer auf der falschen Straßenseite, auf den Fußwegen oder ohne Licht unterwegs sind. Eine Folge: Wenn Autofahrer beim Abbiegen zum Beispiel wegen eines Radfahrers, der unerwartet aus der falschen Richtung kommt, scharf abbremsen müssen, kann das wiederum Auffahrunfälle provozieren. In 219 der 538 Unfälle mit Radfahrern waren die Radler laut Statistik selbst die Verursacher. 20 davon waren jünger als 15 Jahre und 19 älter als 65 Jahre. Die Hauptverursacher liegen also in der Altersgruppe dazwischen.

161 Verkehrsunfälle gab es 2016, in die Fußgänger verwickelt waren, 13 mehr als im Jahr zuvor. 143 davon wurden verletzt, 33 sogar schwer. In jedem vierten Fall waren die Fußgänger selbst schuld an dem Unfall.

Fast 2000 Unfallfluchten

1997 Unfallfluchten wurden 2016 beim Magdeburger Polizeirevier gemeldet, fast so viele wie in den Jahren vorher. Die Aufklärungsquote ist allerdings von rund 38 Prozent 2012 auf 31 Prozent gesunken, somit wurde nur in jedem dritten Fall der Täter gefunden.

120 Unfälle waren es 2016, bei denen die Verursacher unter Alkoholeinfluss standen. Bei jedem vierten dieser Unfälle gab es Verletzte. 32 der Verursacher waren zwischen 18 und 30 Jahre alt.

Alkohol und Drogen

Das Problem Alkohol am Steuer in Zahlen: Die Polizeibeamten haben bei Kontrollen im vergangenen Jahr 445 Fahrer erwischt, die unter Alkoholeinfluss standen. 313 Fahrer standen unter der Einwirkung von Betäubungsmitteln oder sogar von beidem – Alkohol und illegale Drogen. „Im Schnitt treffen die Beamten damit täglich zwei Fahrer an, die unter dem Einfluss von Alkohol oder Betäubungsmitteln stehen. Egal ob morgens auf dem Weg zur Arbeit oder in der Nacht, es gibt dafür keine Schwerpunktzeiten“, sagt Frank Bendzka.

Tempokontrollen

53.320 Geschwindigkeitsverstöße haben die Mitarbeiter des Magdeburger Reviers während rund 5800 Messstunden im Jahr 2016 registriert. Revierleiter Bendzka ist dabei über die Unterstützung der neu eingestellten Hilfspolizisten froh, die seit einem Jahr die Messungen auf den Wagen übernehmen können.

44 Radfahrprüfungen mit 1534 Kindern und 46 Veranstaltungen zum Thema „Sicherer Schulweg“ haben die Regionalbereichsbeamten in puncto Prävention im vergangenen Jahr durchgeführt.