Magdeburg l Autofahrer im Kreuzungsbereich von Halberstädter Straße und Südring sehen aktuell Rot – denn gerade zu den Hauptverkehrszeiten müssen sie dort mit längeren Wartezeiten rechnen. Zwar ist die Kreuzung auf der Halberstädter Straße sowohl stadtaus- als auch stadteinwärts seit 2. Juni 2017 wieder passierbar, aber wegen der andauernden Bauarbeiten müssen sich alle Verkehrsteilnehmer zum Teil mit einer Spur begnügen. Das macht sich vor allem stadteinwärts bemerkbar.

„Es ist bald noch schlimmer als vorher“, sagt Antje Reich, die den Kreuzungsbereich fast täglich passieren muss. Sowohl vormittags als auch nachmittags stehe sie im Stau und das sei seit der Öffnung der Kreuzung vor zweieinhalb Wochen so.

Autofahrer benötigt 12 Minuten

Die Volksstimme schaute sich die Kreuzung und die Ampelregelung einmal genauer an. Sie wählte eines der Fahrzeuge aus, stoppte die Zeit vom Heranfahren an das Stauende bis zum Überqueren der Kreuzung. Zwar stand dieses Auto nur in etwa 180 Meter Entfernung zur Kreuzung. Dennoch brauchte es fünf Ampelphasen, ehe das Fahrzeug die Kreuzung passieren konnte. Fast 12 Minuten verlor der Fahrzeugführer auf seinem Weg zum angestrebten Zielort.

Die Crux an der Situation ist die gestiegene Belastung der Kreuzung mit Straßenbahnverkehr. „Statt vorher zwei Linien verkehren aktuell vier Linien auf den unterschiedlichen Strecken über diese Kreuzung“, ruft Pressesprecher Tim Stein von den Magdeburger Verkehrsbetrieben in Erinnerung. Und da in den Straßenbahnen mehr Fahrgäste säßen als in den Autos, hätten die Bahnen den Vorrang bei der Ampelschaltung.

So kommt es mitunter vor, dass die Autofahrer stadteinwärts aus Richtung Ottersleben kommend mit Grünphasen von gerade einmal zehn Sekunden auskommen müssen, und anschließend für zweieinhalb Minuten die Ampel auf Rot steht. Autofahrer können derzeit wieder nach links auf den Südring abbiegen, berichtet Tim Stein. Daher müsse die Ampel für Autofahrer auf Rot geschaltet werden, wenn eine Straßenbahn kommt.

Radfahrer bremsen Autos aus

Hinzu kommen Radfahrer, die keine eigene Spur haben. Der Radweg endet etwa 100 Meter vor der Kreuzung. Einige Radfahrer ordnen sich in den Autoverkehr ein, andere fahren auf dem Fußweg weiter und stellen sich direkt an der roten Ampel sozusagen vorn an. Springt die Ampel auf Grün um, bremsen sie auf diese Weise den motorisierten Autoverkehr.

Was die Kürze der Grünphasen und die langen Wartezeiten provozieren, sind Autofahrer, die nicht nur bei Gelb, sondern auch noch bei Rot über die Kreuzung fahren. Zwischen vier und zwölf Fahrzeuge schafften es während der Volksstimme-Zählung in einer Grünphase über die Kreuzung, wobei mindestens jeweils die letzten beiden Fahrzeuge die Ampel bei Rot passierten.

Verkehrsbetriebe wollen Ampel prüfen

Tim Stein verspricht, dass die aktuelle Verkehrsführung natürlich noch nicht der Endsituation entspreche. Anders lasse sich der Verkehr aufgrund der andauernden Bauarbeiten aktuell jedoch nicht regeln. Dennoch kündigte er auf Volksstimme-Nachfrage an, dass die Magdeburger Verkehrsbetriebe die Situation an der Kreuzung noch einmal prüfen würden, um eventuell eine Entspannung der Situation zu erreichen.

Zudem berichtet er, dass nach wie vor die Umleitungsstrecken aus der Zeit der Vollsperrung der Kreuzung genutzt werden könnten, über den Fermersleber Weg etwa oder die Sudenburger Wuhne. All jenen, die nicht nach außerhalb müssen, empfahl er zudem, auf die Busse und Bahnen der Magdeburger Verkehrsbetriebe umzusteigen, um eventuell auf diese Weise schneller ans Ziel zu gelangen und den Straßenverkehr zu entlasten.

Auch an die Magdeburger Stadtverwaltung richtete die Volksstimme eine Anfrage zu der Thematik. Darauf gab es jedoch keine Reaktion.