Magdeburg l Der Blick über die neue Africambo-2-Steppe reicht weit. Doch kein Tier kreuzt am Montagvormittag das zwei Hektar große Außengelände. Mit fast acht Millionen Euro handelt es sich bei der Anlage, die Zoodirektor Kai Perret am 20. Juni 2017 für die Besucher eröffnet, um die größte Einzelinvestition seit der Eröffnung des Magdeburger Dickhäuterhauses im Jahr 1966. Der Direktor ist stolz auf die natürliche Anlage, die den Tieren jede Menge Platz und Rückzugsorte bietet.

Sowohl auf dem Außengelände zwischen bunten Felsen aus Beton und mit Stahl verankerten Baumstämmen wie auch drinnen zwischen Wasserbecken und großen Körben an der Decke, aus denen die Elefanten seit neuestem ihr Heu mit dem Rüssel fischen können. Und drinnen werden die beiden Magdeburger Elefantenkühe vorerst bleiben. „Die alten Elefantendamen sind sehr vorsichtig“, sagt Zoodirektor Kai Perret. Seit zwei Monaten leben die rund 40 Jahre alten Tiere, Birma und Mwana, in ihrem neuen Zuhause.

Draußen war noch kein Elefant

Einen Blick hinaus hätten sie Kai Perret zufolge zumindest schon mal gewagt. Aber draußen war noch keiner. Der Zoodirektor erklärt warum: „Birma blockiert wie ein Korken die Tür nach außen.“ Deswegen bittet Kai Perret die Besucher um Geduld. „Die Tiere müssen erst die notwendige Sicherheit bekommen.“

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Für Sicherheit sorgen auch die Baumstämme am Rand des Geländes, der Graben und die Stromdrähte. Die sollen vor allem auf den hohen Felsmauern verhindern, dass die Grünen Meerkatzen, eine lebhafte Affenart und zukünftige Mitbewohner der Elefanten, nicht ausbrechen können. Ein großes Loch fällt in der Begrenzung der Außenanlage am Montag ins Auge. Da komme noch ein letztes Tor hinein, kündigt Zoosprecherin Regina Jembere an. Sowie den Einzug der Meerkatzen. Die seien bereits im Zoo eingetroffen und würden vorbereitet.

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Vögel sind unerwünscht

Jede neue Tiergruppe soll nämlich erst einmal allein auf dem Gelände unterwegs sein, bevor alle aufeinander treffen. Im Haus haben die Elefanten bereits afrikanische Vögel kennengelernt. Zoodirektor Perret spricht von einer „stillschweigenden Duldung“. Ganz einverstanden sind die Elefantendamen mit den Mitbewohnern offensichtlich noch nicht. Mal wird mit Sand nach ihnen geworfen, mal am Baum so lange geschubbelt, bis der Vogel den Stamm verlässt.

Ob und welche Elefanten zukünftig nach Magdeburg umgesiedelt werden, ist weiterhin offen. Der Zoodirektor erklärt, dass eine Kommission noch immer über eine europaweite Verteilung der zuchtfähigen Tiere berät. Der Bestand afrikanischer Elefanten in den europäischen Zoos sei mittlerweile ziemlich ausgedünnt. Deswegen soll Magdeburg zur wichtigen Zuchtstation werden. Genügend Platz wäre jetzt zumindest vorhanden.