Rätzlingen l Sie tun es ehrenamtlich und unentgeltlich - einfach nur für die gute Sache sanieren Hermann Böttcher, Wolfgang Marquordt und Harald Koch die Mauer an der Grünen Wiese auf dem Rätzlinger Friedhof. Koch war mit seinem roten Radlader angerückt.

„Ich hab auch zu Hause genug zu tun, und trotzdem mache ich auch gern etwas für die Gemeinde“, beschrieb Marquordt, der sich als gebürtiger Rätzlinger mit dem Ort verbunden fühlt.

„Wolfgang und ich – wir sind ein Team. Es ist – wie zu DDR-Zeiten – ein Subbotnik, sagte Böttcher schmunzelnd. „Irgendwann kommen wir alle auf den Friedhof, dann ist es doch gut, dass die Anlage vernünftig aussieht“, ergänzte Koch.

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Mauer auf Friedhof saniert

Auch Rüdiger Otto, Opa Rüdiger genannt, ist immer zur Stelle, wenn Hilfe gebraucht wird. „Man kann froh sein, dass sich immer wieder ein paar Leute finden, die nicht nur rumschimpfen, sondern auch selbst handanlegen“, sagte Wilhelm Behrens, Ortsbürgermeister von Rätzlingen.

Er lobte die Männer, die die unansehnliche Mauer des Friedhofes verschönern, in den höchsten Tönen. Außerdem lud Behrens die fleißigen Handwerker zum Würstchenessen ein.

Bereits 2016 hatten die Männer marode Steine durch neue ersetzt, 40 Meter der Mauer neu verfugt und angeputzt. „Ein Teil der Mauer war so zerschlissen, dass dieser Abschnitt abgerissen werden musste. Da bestand die Gefahr, dass das Gemäuer umstürzt", erinnert Wilhelm Behrens. 

40 Meter neu verfugt

"Auf der anderen Seite des Friedhofs gehen auch die Kleinen des Kindergartens lang, wenn sie zum Sport wollen. Deshalb soll das Gemäuer neu hochgemauert werden. Die Materialkosten bekommen wir von der Stadt, unsere Handwerksbegabten mauern das Stück wieder zu. Ortsansässige Firmen haben auch einiges an Material gesponsert“, zählte der Ortschef auf.

Erst vor ein paar Wochen gab es einen Arbeitseinsatz auf dem Friedhof, wo die Wege und Grünanlagen verschönert wurden.

Hermann Böttcher und Wolfgang Marquordt, die sich auch als Großväter engagieren, kennen keine Langeweile. Vor ein paar Tagen waren sie auch beim Arbeitseinsatz auf dem Gelände der Rätzlinger Grundschule tatkräftig im Gange.

Weiterer Einsatz an Grundschule

Auf Initiative der Schule kamen Eltern, Großeltern, Lehrer und der Hausmeister auf dem Sportplatz beim Schuften mächtig ins Schwitzen. Schulleiterin Petra Gerike war begeistert von der einsatzstarken Truppe. „Zweidrittel der Laufbahn ist fertig. Es muss nur noch das letzte Ende der Aschenbahn hergerichtet werden. Für diese Arbeiten soll der Hausmeister noch Unterstützung vom Bauhof bekommen“, blickte die Schulleiterin voraus.

Sie bedankte sich auch bei den Sekundarschülern der Drömlingsschule in Oebisfelde. Vor ihrem großen Endspurt, den Abschlussprüfungen, packten die jungen Leute in Einrichtungen der Stadt kräftig zu. Im Rahmen der Sozialen Tage unterstützten die Schulabgänger mit ihrer Arbeitskraft die Kindertageseinrichtungen und Schulen.

So haben Schüler auch in Rätzlingen geholfen, den Sportplatz auf Vordermann zu bringen. Zum Sportfest der Grundschule am 29. Mai soll der Platz fertig sein. „Ich habe gestaunt, was die jungen Leute in den wenigen Stunden geschafft haben“, schwärmte auch Behrens.