Kunrau/Oebisfelde l Das Vorhaben, das Radwegenetz im heutigen Naturpark Drömling, der kurz vor der Umwandlung in das länderübergreifende Unesco-Biosphärenreservat Drömling steht, auszuschildern, ist nicht gestorben, lediglich für dieses Jahr auf Eis gelegt, erfuhr die Volksstimme auf Anfrage von Matthias Kausche, Geschäftsführer des Zweckverbands Natur- und Kulturlandschaft Drömling/Sachsen-Anhalt. Die Verbandsversammlung hat beschlossen, das Projekt auf 2018 zu verschieben.

Als Gründe dafür benannte Kausche, dass nach der Projektübernahme durch den Zweckverband und Beauftragung eines Planungsbüros festgestellt wurde, dass die zugrundeliegenden Flurstück-Datensätze nicht aktuell waren. Ausgelöst hatten diese Ungenauigkeiten die in letzter Zeit im Drömling umgesetzten Flurbereinigungsverfahren. Die Veränderungen waren aktuell noch nicht berücksichtigt worden, erläuterte Kausche. Die dadurch erforderlich gewordene Nachbearbeitung führte dazu, dass die im Förderverfahren vorgegebenen Antragsfristen nicht eingehalten werden konnten. Wie die Volksstimme zudem erfuhr, haben sich die Kosten für das Projekt von seinerzeit 80 000 Euro auf aktuell kalkulierten 110 000 Euro erhöht.

Ungeklärte Verhältnisse

Auch waren notwendige Daten von Flurstücken noch nicht vollständig vorhanden und die erforderlichen Zustimmungen der Eigentümer der Flurstücke oder eben auch Genehmigungen der Baulastträger lagen noch nicht vor. Wie Kausche es ausdrückte, war das Vorhaben zu dem vorgegebenen Zeitpunkt schlicht nicht bewilligungsreif. Auf Empfehlung des Amts für Landwirtschaft, Flurneuordnung und Forsten (ALFF) wurde der Antrag daher mit dem Ziel zurückgenommen, die Unterlagen erst einmal zu vervollständigen. Dann soll in 2018 das Projekt, den Anfordernissen für eine Bewilligung konform, neu beantragt werden, soweit die Erläuterungen durch Geschäftsführer Kausche.

Aus Sichtweise des federführenden Zweckverbands erst einmal eine schlüssige Vorgehensweise. Die wirft allerdings die Frage auf, wie und wodurch es überhaupt so weit kommen konnte, dass ein für das bestehende Tourismuskonzept wichtiges Vorhaben, eine derartig große Zeitverzögerung erleiden muss.

Exakt das Tourismus- und Vermarktungskonzept setzt auf den sanften Tourismus. Bereits in der Entwicklungsphase wurde deutlich, dass die Gastronomie und die Wander- wie Radwege, später auch Reitwanderwege optimiert werden müssen, um zu erreichen, dass Erholungssuchende den Drömling als ihr ideales Ziel für Tagesausflüge und Urlaubszeit entdecken. Das allerdings bedingt, dass ortsfremde Menschen entsprechende Hilfen an die Hand bekommen, damit sie sich in dieser einzigartigen und überaus weitläufigen Naturlandschaft zurechtfinden können.

Alles Problemstellungen, die dazu führten, dass eine neue Wanderkarte mit unterschiedlichsten Optionen für Touristen entstanden ist und dass die Wegstrecken samt Sehenswürdigkeiten im Naturpark Drömling eigentlich schon beschildert sein müssten. Und: Die alten Radwanderkarten sind bereits zu diesem Sommerbeginn schon gut wie vergriffen. Die Nachfrage jedoch bleibt weiterhin hoch.