Oschersleben l „Die Planungen sind noch in der Anfangsphase. Aber es ist schon jetzt ersichtlich, dass es nach der Umsetzung der Maßnahme einen superschönen Anblick geben wird“, schwärmt Heimo Reilein überzeugt. Der Gewässerwart und stellvertretende Vorsitzende des Angelvereins Oschersleben und Umgebung setzt sich schon seit Jahren für eine naturnahe Bode ein.

Bereits seit dem Jahr 2008 plant der zuständige Landesbetrieb für Hochwasserschutz den Rückbau des über 100-jährigen Oschersleber Wahrzeichens. Der marode Zustand lasse keine andere Möglichkeit zu, hieß es. Schon damals wurde der bauliche Zustand als „äußerst bedenklich“ eingeordnet. Eine Sanierung des Postkartenmotivs würde über eine Million Euro kosten.

Alternativpläne scheiterten

Mehrere Initiativen, das Wehr zu erhalten und doch noch wieder aufzubauen, scheiterten. Unter anderem hatte ein Privatinvestor den Bau einer Turbine zur Stromerzeugung geplant. Doch die Kosten für eine grundhafte Sanierung der vorhandenen Bausubstanz wären zu hoch geworden – und brachte zudem die Angler auf den Plan.

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Denn laut Heimo Reilein gilt es nun, die Wasserrahmenrichtlinie der Europäischen Union umzusetzen, also unter ökologischen Gesichtspunkten die Qualität des Bodegewässers zu erhöhen. Dazu gehört beispielsweise auch, dass Fische ungehindert wandern können. Und da habe ein Wehr nichts mehr zu suchen, trotz aller Nostalgie. „Dafür habe ich auch Verständnis“, betont Reilein, „doch aus ökologischer Sicht stellt der Wehrrückbau eine deutliche Verbesserung der aktuellen Situation dar und genau das ist es, was bestimmte Gewässerrichtlinien der EU seit Jahren fordern.“

Als örtlicher Anglerverein würden sich seine Mitstreiter und er an den Planungen beteiligen. „Wir können Vorschläge und Hinweise geben, um das Ergebnis in jeder Hinsicht so attraktiv wie möglich zu gestalten“, ergänzt Reilein. Natürlich sei diese Gelegenheit genutzt worden.

Walzenwehr bleibt als Erinnerung

Laut LHW hat mittlerweile ein Büro aus Chemnitz den Auftrag erhalten, den Rückbau des Bodewehres zu planen. „Dazu wurde die ursprüngliche Planung eines Ingenieurbüros aus dem Jahr 2009 gesichtet, um sie im Weiteren an die neuen Planungsrandbedingungen sowie gesetzlichen Anforderungen anzupassen und entsprechend fortzuschreiben“, teilte Katrin Fräbel, Pressesprecherin des Landesbetriebs, auf Volksstimme-Nachfrage mit.

So sei geplant, das Walzenwehr, die Mittelinsel und das Schützenwehr rückzubauen. Angrenzende Ufermauern sollen teils abgetragen und mit begrünten Bermen, also Absätzen im Deich, vor Strömungsangriff gesichert werden. „Der ausgespülte nördliche Übergangsbereich zum Großen Graben wird verfüllt und ebenfalls begrünt“, teilte die Sprecherin weiter mit. Hier soll auch das Walzenwehr als Erinnerung an das Bauwerk in Form eines Denkmals einschließlich Erinnerungstafel verbleiben.

Die zuständigen Behörden und Anlieger seien bereits über die Fortführung der Projektierung informiert worden. Die Fertigstellung der Genehmigungsplanung ist noch für dieses Jahr avisiert. „Bei einer zügigen Genehmigungsphase des Vorhabens könnte die Ausführungsplanung bereits bis Mitte 2017 abgeschlossen werden, so dass ein Baubeginn ab 2018 durchaus denkbar wäre“, so Pressesprecherin Katrin Fräbel.